Secluded Time

Was auf einem Roadtrip so alles schief gehen kann…

Anfang September wollten wir von unseren Bloggerkollegen wissen, welche Pannen ihnen schon so alles auf einem Roadtrip unterlaufen sind. Uns interessierte, wer sich schon einmal irgendwo mitten im Nirgendwo heillos verfahren hat, wer mit dem Auto in ein heftiges Unwetter geraten ist, wer seinen Wagen arglos am Straßenrand geparkt hat und bei der Rückkehr kein Auto mehr vorgefunden hat oder was eben auch immer sonst so auf einem Roadtrip schief gehen kann. Uns persönlich ist da nämlich schon eine ganze Menge verrückter Erlebnisse untergekommen.

 

Roadtrippin für Anfänger
Roadtrip-Pannen sind nichts Ungewöhnliches. So drastisch enden jedoch zum Glück die wenigsten!

 

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Teilnehmer! Wir freuen uns über jeden, der unserer Bitte nachgekommen ist und seine Abenteuer ausgepackt hat. Dabei sind viele einzigartige und spannende Geschichte ans Tageslicht gekommen, denen wir hier und heute den Raum geben, den sie verdienen.

1. Ein Reifenplatzer mit dem Wohnmobil

Stine von Haflokast hat schon so einiges erlebt. Mit ihrem Wohnmobil war sie bereits in Italien und Griechenland sowie an vielen anderen tollen Orten. Wenn man so viele Kilometer mit dem Wohnmobil zurücklegt, dann hat man auf jeden Fall die ein oder andere Geschichte zu erzählen. In Stines Fall ist das ein fingierter Unfall in Bozen, eine halsbrecherische Fahrt durch die Straßen von Kretas Hauptstadt und ein Reifenplatzer auf der österreichischen Autobahn.

Gerade die Geschichte mit dem Reifenplatzer hat uns besonders fasziniert. Da kam wohl alles zusammen, was in so einem Augenblick schief gehen kann. Nicht nur, dass der Abschleppwagen Ewigkeiten auf sich warten ließ, das Wohnmobil fast nicht auf den Abschlepper gepasst hätte und sie dank der Corona-Schutzmaßnahmen nicht im Fahrerhäuschen mitfahren durfte. Nein, das war noch nicht genug. Stattdessen stellte sich auch noch heraus, dass ein Reifen mit den benötigten Maßen weit und breit so schnell nicht aufzutreiben war. Doch an dieser Stelle geschah das Allerfaszinierendste an dieser Geschichte: Dank einer Facebook-Gruppe und einer unfassbar hilfsbereiten Freundin konnte innerhalb von nur einer Nacht der passende Reifen gefunden und über hunderte Kilometer hinweg zu Stine gebracht werden. Schön zu sehen, dass es solch wunderbare Menschen gibt, die einen ohne Wenn und Aber unterstützen.

 

Roadtrip-Blogparade
Reifenplatzer machen nie Freude…

2. Eine gruselige Nacht im Campervan Elli

Sonja schreibt auf ihrem Reiseblog bewusstweg.de über ihre nachhaltige Reisen für den kleinen Geldbeutel. 2019 legte sie sich Elli zu. Elli ist ein Campervan mit Aufstelldach. Wir haben uns schon oft gefragt, wie es wohl sein muss in einem Aufstelldach zu übernachten. Dank Sonja haben wir jetzt endlich eine echte Vorstellung davon. In ihrem Beitrag schildert sie erlebnisreich eine der ersten Testfahrten mit ihrem Camper.

Sie war mit einer guten Freundin unterwegs. Da sie gerne freisteht, parkte sie den Van nahe eines Waldgebietes auf einem unbefahrenen Wegstück. Erst schien alles wunderbar und gemütlich. Sie genossen einen tollen Campingabend – so wie sich das für’s Campen gehört. Doch nachdem die beiden Freundinnen ins Aufstelldach geklettert waren und gerade einschlafen wollten, wurden sie abrupt von einem hellen Licht aus der Idylle gerissen. Den ganzen Abend über war ihnen kein einziger Spaziergänger und kein Auto begegnet, aber nun lange nach Einbruch der Dunkelheit waren sie plötzlich nicht mehr allein in diesem entlegenen Stück Natur. Der Autofahrer fuhr langsam am Van vorbei und verschwand schließlich in Richtung des Waldstücks. Über MapsMe fand Sonja heraus, dass der eingezeichnete Pfad offiziell nach wenigen hundert Metern in einen noch kleineren Feldweg münden sollte. Ein echtes Durchkommen schien laut der Karte unmöglich. Der Autofahrer müsste also eigentlich jede Sekunde zurückkommen. Doch er kam nicht und kam nicht. Die Gedanken drehten sich ihr im Kopf. In einem solchen Moment kommen die wildesten Horrorszenarien hoch. Das kennen wir selber nur zu gut. Beim Lesen haben wir aus tiefstem Herzen mit ihr mitgefiebert. Wie ein Krimi fühlt sich sowas an.

Letztendlich ist jedoch – zum Glück – nichts weiter passiert. Der nächste Morgen kam, alles war gut und das sonderbare Auto ist nie wieder bei ihnen aufgetaucht. Die erklärende Vermutung dafür ist, dass es sich bei dem Autofahrer womöglich um einen Jäger handelt, der einfach ungewöhnlich spät in sein Revier aufgebrochen ist.
Trotzdem gehören solche Momente einfach auch zum Camperleben dazu. Vor allem wenn man gerne freisteht. Wir haben auch schon die ein oder andere ungemütliche Nacht in unserem kleinen Honda durchgestanden.

 

Übernachten im Campervan
Unser kleiner, umgebauter „Honda-Van“

3. Von den Schlüsseln, die schwimmen lernten

Hach, sind wir froh, dass sich Bernd von Sonnige Pfade entschlossen hat, an unserer Blogparade teilzunehmen. So herzlich gelacht haben wir schon lange nicht mehr. Seine Geschichte ist mitreißend, von tollen Bildern begleitet und enthält eine Pointe, die sich im wahrsten Sinne des Wortes gewaschen hat.

Eines schönen Tages im September machten sich Bernd und Konrad zu einem unvergesslichen Roadtrip mit Konrads Cabrio auf. Ihre Tour führte sie zunächst durch Luxemburg, Belgien und schließlich nach Frankreich. Eines Nachts schlugen sie ihr Lager am Omaha Beach auf. Nach einer windigen Nacht kam ein neuer Morgen und sie beschlossen munter sich darin zu versuchen, einen Lenkdrachen in die Lüfte über dem Strand zu erheben. Dass dabei die Flut mit Nachdruck näher rückte, störte die zwei recht wenig. Sachen wurden eilig beiseite geräumt und so vermeintlich vor dem Sog des Meeres beschützt. Der Drache stieg weiter und der Wasserspiegel ebenfalls.

Irgendwann war es genug. Sie machten sich auf, um weiterzufahren. Doch halt – wo sind die Schlüssel? Der Schlüsselbund war zwar da, aber von den Schlüsseln selbst fehlte weit und breit jede Spur. Schnell war klar: Die Schlüssel müssen beim Umräumen auf einem unteren Strandabschnitt liegen geblieben sein. Jetzt gluckern sie wohl irgendwo auf dem Meeresboden herum. Herrje! Doch glücklicherweise fanden die beiden eine Möglichkeit das Auto durch einen Schlitz im Verdeck zu öffnen und kamen so an die Zweitschlüssel. Was für ein Erlebnis – solche Erinnerungen bleiben sicher auch für die Ewigkeit!

 

Strandabenteuer und Roadtrips
Am Strand vergisst man schnell die Zeit und alles andere

4. Die kleinen Katastrophen unterwegs

Auch Gina und Marcus von 2onthego haben schon viel von der Welt gesehen. Dementsprechend gibt es da die ein oder andere äußerst amüsante Episode zu berichten.

In ihrem Beitrag zu unserer Blogparade erzählen sie von ihren kleinen und großen Pleiten aus einem Jahr Weltreise. Glücklicherweise sind sie von schlimmen oder folgenreichen Katastrophen verschont geblieben, aber kleine Reisepannen haben sich über das Jahr hinweg so einige zusammengeläppert…

Es begann mit durchfrorenen Nächten im Hochland von Bolivien und Peru oder im Campervan in Neuseeland. Weiter ging es mit verlorenen Gegenständen, zerrissenen Kleidungsstücken und sogar Arzneimittel blieben in einer AirBnB-Wohnung liegen. Von ähnlichen Erlebnissen können wir ein Lied singen. Zum Glück kann man solche Verluste meist verschmerzen und Ersatz ist normalerweise schnell besorgt.

Besonders ärgerlich war für die beiden im Nachhinein ein ganz spezielles Fotoshooting. Es fand auf einem australischen Highway statt und kostete sie schlappe 162 Dollar. Dabei waren sie gerade mal 8 km/h zu schnell. Nun ja, die Australier kennen da keine Gnade.

 

Roadtrip-Hürden überwinden
Roadtrips und Reisen bringen nicht nur auf der Straße Kurven und bergige Strecken mit sich

5. 30.000 km Abenteuer in den USA und Kanada

Nach 30.000 Kilometern auf den Straßen Kanadas und den USA bringt man eine prall gefüllte Reisetasche voll Erinnerungen und Storys mit nach Hause. So erging es zumindest Krissi und Michi von Maps for Two. Die beiden verbrachten ein komplettes Jahr in Kanada und zusätzliche sechs Wochen in den USA. Vier tolle Geschichten haben sie zu unserer Reise-Pannen-Blogparade beigetragen.

Eines ihrer Erlebnisse hat uns besonders beeindruckt. Denn es zeigt, wie sich das Schicksal manchmal überraschend zum Guten wendet, auch wenn man so gar nicht mehr damit rechnet.

Stell dir vor, Du fährst hunderte Kilometer ins Nirgendwo – auf dem Weg zur Grenze zwischen Alaska und Kanada. Nur ein einziges Dorf, namens Chicken, liegt auf deinem Weg. Dort planst Du zu essen und zu tanken. Klingt doch nach einem guten Plan. Oder nicht!? Leider gehen aber eben nicht immer alle Pläne auf. Denn was passiert, wenn Du in Chicken ankommst und feststellst, dass die einzige Tankstelle des Ortes für die nächsten acht Monate geschlossen hat? Ein Blick auf die Tankanzeige verrät dir, dass Du es weder zurück zu deinem Ausgangsort, noch zu deinem Ziel schaffen wirst. Tja, dann wird es kritisch. Und genau das ist Krissi und Michi passiert!

Was heute eine spannende Anekdote abgibt, war für die zwei im ersten Moment sicher alles andere als unterhaltsam. Wahrscheinlich war es erstmal ein riesiger Schock. Doch dann kam ihre persönliche, filmreife Wendung. Wie auch immer es sich ergeben konnte, ist ihnen bei ihrem Streifzug durch das Örtchen ausgerechnet die Besitzerin der Tankstelle über den Weg gelaufen. Sie schilderten ihr ihre Notsituation, woraufhin die Tankstelle für ein paar wenige Minuten geöffnet wurde. Sie konnten ausreichend tanken und ihre Reise fortsetzen.

Irgendwie ist das Leben doch seltsam. Es schlägt seine Kapriolen mit uns und legt uns dicke, fette Steine in den Weg, aber ab und zu verkehrt es mit einem winzigen Fingerschnips die aussichtslosesten Augenblicke ins Gute.

 

Mit dem Auto durch Europa und die Welt
Oft wendet sich alles zum Guten!

6. Mit den letzten Tropfen Benzin durch die Wüste

Auch Gabrielas Geschichte (Gabriela auf Reisen) hängt mit einem leeren Tank zusammen. Uff – haben wir beim Lesen mit ihr mitgezittert. Uns selbst hat zwar schon der ein oder andere fast leere Tank zum Schwitzen gebracht, doch noch nie hatten wir die Situation, dass die Tanknadel unseres Autos im dunkelroten Bereich herumdümpelt, während wir auf einem einsamen Pfad durch die Wüste Arizonas tuckern. Das ist dann schon eine etwas andere Hausnummer.

Gabriela war mit ihrem Partner auf dem Weg zum Skywalk am Grand Canyon, als die zwei beschlossen eine Abkürzung zu nehmen. Sie verließen die Route 66 und bogen auf ein dünneres Sträßchen ab, das sich bald in eine Sandpiste verwandelte. Sie fuhren und fuhren. Außer ihnen beiden zeigte sich weit und breit keine Menschenseele und mit der Zeit merkten sie, das dauert aber länger als geplant.

Ein Blick auf die Tankanzeige – oha… am Morgen stand der Zeiger doch noch auf voll! Mietwägen sind nicht immer die verlässlichsten Gefährten, was den Tank angeht. Ein Blick auf’s Handy – kein Netz! Die Wasserflaschen – nur noch halb gefüllt. Herrje! Was tut man in so einem Augenblick? Verzweifeln? Ein bisschen. Aber unterm Strich bleibt man ruhig. Auch wenn man es im Nachhinein meistens kaum glauben kann, doch man schafft es immer irgendwie. Eine andere Wahl hat man fast nicht. Man braucht ja einen klaren Kopf.

Also setzten sie ihre Fahrt fort – was hätten sie auch sonst tun sollen – und mit einer Portion Glück erreichten sie rechtzeitig einen kleinen Ort, der Gott sei Dank mit einer Tankstelle aufwarten konnte.

 

Ein Roadtrip durch die Wüste
In der Wüste trifft man oft stundenlang keinen anderen Menschen…

 

Nochmal ein herzliches Danke an alle Teilnehmer. Eure Geschichten zeigen, dass auf Reisen/Roadtrips Pannen und Pleiten zwar durchaus hartnäckige Reisebegleiter sein können, es aber letztlich aus so gut wie jeder Zwickmühle einen Ausweg gibt. Das macht Mut und stärkt für die nächsten Abenteuer, die vor uns allen liegen.


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2 KOMMENTARE
  • GabrielaAufReisen
    Antworten

    Ach, herrlich! Vielen Dank, dass ich teilnehmen durfte! Und wie schön, dass doch meistens alles gut ausgeht. Nicht nur bei uns, sondern auch bei allen anderen.
    Liebe Grüße
    Gabriela

  • Gina | 2 on the go
    Antworten

    Herrliche Geschichten sind da zusammengekommen!
    Ich finde es erstens beruhigend zu wissen, dass nicht nur uns dumme Sachen passieren und zweitens, dass sich jedes Problem irgendwie lösen lässt.
    Und ohne diese Pannen gäbe es nur halb so viel amüsantes zu erzählen nach einer Reise.

    Liebe Grüße
    Gina und Marcus

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