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Der millionste Artikel über einen Stopover in Dubai

Du willst es noch genauer wissen? Dann haben wir hier unseren kompakten und ausführlichen Online-Reiseführer für Dich!

„Welcome to Dubai Airport. We wish you a pleasant stay and we hope to welcome you on board again!“ Müde reiben wir uns die Augen. Unter uns werden die Lichter der Stadt immer größer. Noch wenige Minuten, dann sind wir da. In der Stadt, die jeder kennt. Nach einem zähen Nachtflug und maximal zwei Stunden Schlaf fühlen wir uns wie gerädert. Trotzdem sind wir auf einmal hellwach. Mit einem leichten Ruckeln setzt das Flugzeug auf, die Triebwerke heulen und Staub wirbelt um uns herum. Jetzt sind wir also tatsächlich in Dubai!

Wie viele bereits vor uns nutzen wir den Umstieg in Dubai für einen zweitägigen Stopover. Wenn man doch sowieso in der Stadt der Städte vorbeikommt, dann ist es ja wohl das Naheliegendste sich all die berühmten Bauwerke einmal aus der Nähe anzugucken! Ein Zwei-Tages-Marathon voll von Sightseeing und übermüdeter Nickerchen in der Metro liegen vor uns. Noch sind wir voller Zuversicht. Gefasster Pläne und gesattelter Backpacks geht es auf in ein neues Abenteuer. Auf unsere ganz eigene Art wollen wir diese Metropole erkunden.

Tag 1 – Zwischen Müdigkeit und hohen Türmen

 

So schön funkelt Dubai bei Nacht.

Alles erscheint so leicht. In Dubai funktioniert alles wie am Schnürchen. Nach kurzen Suchen finden wir die Metro-Station und fahren mit der nächsten Bahn ins Zentrum. An der berühmten Dubai Mall steigen wir aus. Von dort sind es nur wenige Schritte zu unserem Hotel. In Dubai die passende Unterkunft zu finden, ist tatsächlich ein kleines Hexenwerk. Stundenlang haben wir uns vor unserem Abflug durch die einzelnen Angebote geklickt. „Hier das passt nicht und ach schau da, das geht doch erst recht nicht!“ Ungefähr so ist das gelaufen. Man muss dazu sagen, die Preise eines zentrumsnahen Hotels in Dubai übertrumpfen alles. Für Sparfuchs-Reisende wie uns sind das wahre Unsummen. Trotzdem war es uns von Anfang an wichtig gewesen eine Unterkunft direkt am Geschehen zu haben. Bei nur 48h Aufenthalt wollen wir keine Zeit mit langen Fahrten verschwenden. Und wenn wir schonmal so viel zahlen, dann soll sich auch jeder Cent rentieren. Vor allem, was den Ausblick angeht. Die Satellitenansicht von Google Maps ist da ein wahres Wundermittel der Reiseplanung.

Im Hotel angekommen ist uns der Ausblick inzwischen sowas von egal. Wir wollen uns einfach nur die Decke über den Kopf ziehen und ein bis zwei Stündchen Schönheitsschlaf tanken. Der Schlafmangel macht sich inzwischen bemerkbar. Und wie! Unsere Köpfe dröhnen und alles dreht sich. Zu unserem Pech jedoch ist es gerade mal 7 Uhr in der Früh! Und wer checkt um diese Uhrzeit schon freiwillig aus. Unser Zimmer ist noch belegt. Es war zwar zu befürchten, aber jetzt ist es bittere Gewissheit. Schlaf bekommen wir so schnell keinen. Also lassen wir nur schnell unsere schweren Backpacks zurück und erfrischen uns ein wenig. Etwas kaltes Wasser ins Gesicht und dann muss es weitergehen. Wir haben sowieso viel zu wenig Zeit für die modernste Metropole Asiens, also auf, machen wir das Beste draus!

Wohin wollen wir zuerst? Natürlich zum unschlagbaren Burj Khalifa. Lange ungeschlagen wird der höchste Wolkenkratzer der Welt zwar nicht mehr bleiben, aber definitiv ist und bleibt er eine wahre Größe im Herzen Dubais. Wir stapfen also los in Richtung Dubai Mall. Über einen endlosen Glastunnel nähern wir uns den teuren Geschäften. Super praktisch für uns: Man muss hier nicht aus eigener Kraft laufen. Es gibt lange Laufbänder, die einem dabei helfen. Die kommen wie gerufen. Unsere müden Glieder freuen sich über die technische Unterstützung. In der Mall dann müssen wir wieder alle eigenen Kräfte aktivieren. Doch halb so schlimm, die vielen Eindrücke wecken uns schnell auf.

Der Burj Khalifa ist seit vielen Jahren die Attraktion für alle Besucher.

Im berühmten Fontänen-Becken spiegeln sich die umliegenden Gebäude. Mit ihnen der aktuell höchste Wolkenkratzer. Als würde er den Glanz genießen, den die Sonne auf ihn wirft, strahlt er in seinem ganzen Stolz. Es ist fast so als würde er ganz von selbst strahlen. Er zieht einen in seinen Bann. Man mag gar nicht wieder weggucken. Bis einem irgendwann der Nacken wehtut. Der Burj Khalifa ist wirklich ein besonderes Gebäude. Eines mit Seele.

 

Die zweite Attraktion folgt: Die Jumeirah Palme. Als würde es nicht schon Leistung genug sein all diese tollen Gebäude errichtet zu haben. Nein, in Dubai wird auch noch auf dem Wasser gebaut. Sei es die Inselgruppe „The World“, die nach verschiedensten Ländern der Welt benannt wurde, oder eben die zwei großen Insel-Palmen direkt an der Küste. Eine davon wollen wir heute besuchen. Die berühmte Hotelinsel mit dem Wasserpark. Dazu fahren wir erst Metro, dann Tram und anschließend noch Monorail. Halt, was ist eine Monorail? Klingt seltsam. Wenige Minuten später erfahren wir es. Eine Monorail ist so etwas ähnliches wie eine Straßenbahn. Nur, dass sie auf einer einzelnen dünnen Schiene verkehrt. Und das auch noch weit oben in der Luft. Etwas wackelig zwar, aber gleichzeitig erstaunlich ruhig gleiten wir dahin. Wir winken den Gästen in den schicken Hotels zu, während wir durch die Häuserschluchten düsen. Zumindest könnten wir ihnen winken. Gerade ist leider keiner zuhause. Die zahlreichen Balkone sind leer. Vielleicht ja bei der Rückfahrt. Dubais Skyline ragt am Horizont auf.

Endstation, alle aussteigen. Das braucht keiner zu rufen. Alle strömen sofort zu den Ausgängen. Jeder will ein gutes Bild vom berühmten Atlantis-Hotel. Zwar können sich die wenigsten eine Nacht in dem riesigen Hotel-Gebilde mit dem Loch in der Mitte leisten, aber ein Bild brauchen alle. Egal ob Selfie, Schnappschuss oder kokette Pose, Instagram wird sich freuen.

Wir lassen den Trubel zurück und spazieren entlang des Steindammes. Die Sonne brutzelt auf uns nieder, wir sind übermüdet, aber wir laufen weiter. Unsere Mission: den besten Blick auf die Skyline zu erhaschen. Und einen hübschen, einsamen Strand finden. Bitte vergesst letzteres schnell wieder. Wie gesagt, wir sind übermüdet. Und naiv. Einsame Strände sind hier nicht nur Mangelware, sondern sowas gibt es schlichtweg nicht. Jeder Strand hat seinen persönlichen Besitzer und Bewacher. Die meisten dürfen wir nicht einmal betreten. Dann aber reicht es uns. Wir haben genug, wir wollen an den Strand. Jetzt. Unauffällig folgen wir einer Gruppe Hotelgäste, die sich vom Parkplatz in Richtung Strand bewegen. Die Müdigkeit macht uns erfinderisch. Und ein bisschen stur. Wir glauben es ja gar nicht. Unser Plan geht auf. Gemeinsam mit den anderen Gästen erreichen wir den Strand. Endlich geschafft. Sogar mit Blick auf die Wolkenkratzer!

 

Was für ein toller Ausblick. Schade, dass wir den Strand nicht ganz für uns alleine haben.

Auf dem Rückweg werden die Augenlider immer schwerer. Erst wehren wir uns noch erfolgreich, aber bald ergeben wir uns unserem Schicksal. Abwechselnd dösen wir vor uns hin. Der andere jeweils muss sich zusammenreißen und die Stationen im Auge behalten. Dann endlich sind wir wieder am Hotel angekommen. Unser Zimmer ist frei. Wir dürfen schlafen. Zwar sind wir etwas enttäuscht von uns… wir haben doch so wenig Zeit und es gibt so viel zu sehen. Doch uns bleibt keine Wahl. Eine kurze Erholungspause muss sein.

Frisch und endlich voller Energie kann es zwei Stunden später weitergehen. Wir fühlen uns als hätten wir eine neue Batterie. Unsere Kameras benötigen die inzwischen auch. Dubai ist ein wahres Fotoparadies. Etwas kompliziert ist es nur mit den Erlaubnissen für die Veröffentlichung. Wer in Downtown, in der Marina oder im neuen Viertel Al Seef Fotos machen und diese mehr als nur privat nutzen möchte, der muss sich zunächst in einem schicken Büro vorstellen. Also wundere dich nicht, falls du bei der Verwendung eines Stativs angesprochen wirst. Stative gelten vor Ort als DAS Merkmal für Professionalität. Spiegelreflexkameras in der Hand werden eher als Spielerei eines Touristen abgetan. „Was, damit macht ihr professionelle Fotos?“ Das kränkt unsere Ehre dann doch. Es bedarf einiger Unterhaltungen mit freundlichen Managern im Pressebüro, bis wir schließlich die offizielle Foto-Erlaubnis erhalten. Deshalb freuen wir uns euch all unsere Bilder präsentieren zu dürfen.

 

Ein Spaziergang am Fluss ist das perfekte Ende nach einem langen Tag in der Stadt der Superlative.

Ganz Downtown ist abends ein wahres Spektakel. Wer auf Nachtaufnahmen und Langzeitbelichtungen steht, dem sei ein Spaziergang entlang des Flusses zu empfehlen. Mit Blick auf hohe, dunkle Hausfassaden untermalt von beleuchteten Fenstern. Um die Mall herum ist alles voller Lichterkunst und Schmuck. Egal von wo aus man den Burj Khalifa betrachtet, man sieht ihn als lichtgezeichnetes Kunstwerk. Überall am Turm befinden sich Laserstrahler und LEDs. Stellt euch das Gebäude als riesige Leuchtreklame vor! Unser absolutes Highlight an unserem ersten Abend im funkenden Zentrum Dubais sind die zauberhaften Wasserspiele. Meterhohe Fontänen wirbeln auf und kleine Wasserfiguren tanzen durch die Gegend. Das Ganze begleiten funkelnde Lichterspiele. Dazu erschallen mitreißende Melodien. Wir haben unsere Zeit dort sehr genossen.

 

Für dieses Foto durften wir noch nicht mal ein Stativ verwenden. Also holt euch am besten eure Erlaubnis noch bevor ihr landet!

 

Tag 2 – Nur wer die Augen offen hält, dem offenbart sich die wahre Schönheit der Stadt

Als der nächste Morgen anbricht, sind unsere Herzen schwer. Heute schon müssen wir das uns lieb gewordene Dubai verlassen. Unser Flieger wird uns am späten Abend erwarten. Davor allerdings erwartet uns noch etwas ganz anders: eine Menge Spaß und ein weiterer toller Tag in einer tollen Stadt!

Zunächst nehmen wir die Metro in Richtung Deira. Wir müssen dazu einmal umsteigen. Und kurz den berühmtesten Bilderrahmen der Stadt bestaunen. Den Dubai Frame. Keine Ahnung, wie man auf die Idee zu so einem Meisterwerk kommt, aber zum Glück gibt es ihn heute. Umrahmt von grünen Bäumen ragt das Monsterteil hoch über die Dächer der Umgebung. Von der richtigen Perspektive aus, bekommt man tolle umrahmte Bilder der wichtigsten Gebäude der Stadt.

„Achtung, da nicht, oder bist du heute eine Dame?“ Felix fühlte sich möglicherweise vom Rosa auf dem Boden angezogen oder er hat es schlichtweg übersehen. Wer die Metro betritt sollte unbedingt darauf achten, wo er einsteigt. Es gibt Abteile, die nur bestimmte Personengruppen betreten dürfen. Das goldene Abteil ist für die Reichen, oder zumindest für die, die mehr Geld für Metro-Karten ausgeben. Und das rosa Abteil ist eben nur für Frauen und Kinder.

Deira ist das Viertel, das bis heute den Einheimischen vorbehalten ist.

In Deira fühlen wir uns wie einer anderen Welt. Als wären wir auf einmal ganz woanders. Eben noch regierten Luxus, Wolkenkratzer und Tourismus. Jetzt befinden wir uns in einem ärmlichen Wohnviertel, wo wir von allen Seiten neugierig beäugt werden. Hierher verirren sich nur die wenigsten Reisenden. Kaum zwei Minuten vergehen, bis wir nach dem ersten Selfie gefragt werden. Zunächst sind wir noch sehr misstrauisch und halten unsere Taschen ganz fest. Aber spätestens nach der Foto-Session mitten im Supermarkt wird klar: Wir sind das Highlight der Bewohner. Alle sind super sympathisch und offen. Wir streunen durch die Gassen. Alles ist einfach, aber es gibt dennoch viel zu sehen. Kleine Moscheen, Teppich-Läden und Street-Food. Schließlich betreten wir eine kleine Bäckerei. Für 25 Cent bekommen wir ein frisch zubereitetes Fladenbrot, so groß wie ein Fußball.

Wir sind fast schon traurig, als wir wieder in touristischere Gefilde eintauchen. Der Gold Souk in Deira ist ein beliebtestes Ziel vieler Besucher. Unter hohen Holzbalken gibt es einiges zu betrachten. Und noch mehr zu kaufen.

Zwischen Deira und dem modernen Viertel Al Seef fließt Dubais Creek. Ein breiter Fluss voller Boote. Wer etwas Abenteuerlust verspürt, der lässt sich die rasante Fahrt darauf auf keinen Fall entgehen. Wir natürlich auch nicht. Fünfundvierzig Minuten lang lassen wir unsere Haare vom Wind zerzausen. Die Aussicht ist toll und wir genießen jeden Moment. Das Bötchen, mit dem wir fahren, ist winzig und ein klein wenig wackelig. An der Seite gibt es keine Absperrungen, man kann sich direkt zu den Wellen hinabbeugen. Das Wasser blitzt, die Sonne funkelt. Mit dem Wind fliegen wir dahin. So soll es sein. Die hohen Türme am Horizont tragen den Rest dazu bei. Wir sind glücklich.

 

Eine Fahrt auf dem Creek ist rasant und voller schöner Aussichten.

Wie heißt der berühmte Spruch: Auch die schönste Fahrt geht irgendwann zu Ende. Wir steigen aus. Die Sonne steht schon tief. Das heißt für uns, unsere letzten Stunden in Dubai haben begonnen. Für eine letzte Tour reicht es noch: Al Seef und die berühmten Märkte am Fluss.

Während wir an bunten Kissen und Schals vorbei schlendern, werden wir von allen Seiten angesprochen. „Hola!“, „Du sprechen Deutsch, das Kleid passt dir bestimmt gut!“ „Vous êtes français?“ Das ist auf Souks normal und uns aus anderen arabischen Ländern bereits bekannt. Ein freundliches, aber bestimmtes „No, thanks!“ Und gut ist es! Felix hätte sogar fast einen Schal geschenkt bekommen. Ein netter Herr platziert ihn freudestrahlend auf seiner Schulter. Als Felix jedoch unbeeindruckt weiterläuft, bekommt der Verkäufer es mit der Angst zu tun und hetzt ihm mit schnellem Schritt hinterher. Schade, dann eben kein Schal für umsonst. Das Angebot war so nett!

Das Viertel Al Seef wirkt wie eine steinalte Medina. Ein kritischer Blick auf die Konstruktionen und die perfekten Fassaden reicht aber aus, um zu bemerkten, dass hier kein einziges Gemäuer steinalt ist. Das hübsche „Altstadt“-Zentrum wurde von Grund auf neuerrichtet. An nichts wurde gespart. Wir sind hin und hergerissen. Ja, es ist wunderschön, aber eben nicht echt. Das spürt man. Die Stimmung ist anders. Trotzdem auch Al Seef ist ein wahres Paradies für unsere Foto-Herzen. Wir nutzen jeden Sonnenstrahl aus. So lange bis keiner mehr übrig ist. Anschließend sitzen wir am Wasser und schauen auf die Lichter der Stadt. Um uns herum erschallen Gespräche und Tellergeklirr von den umliegenden Terrassen. Ein A380 startet am Horizont. Schon jetzt wissen wir, wir wollen auf jeden Fall wiederkommen!

 

All die hübschen Cafés und Restaurants sind bis ins feinste Detail geschmückt und gestaltet.

Zum guten Schluss folgt unsere Erklärung zur Überschrift. Warum musste der millionste Dubai-Artikel denn nun geschrieben werden? Klar, damit es jetzt genau eine Million davon gibt. Und nicht nur neunhundertneunundneunzigtausend-neunhundertundneunundneunzig. Ist doch logisch. Und auch damit ihr aus unseren Fehlern lernt. Seid nicht übermüdet, schlaft genug im Flugzeug, nehmt euch genügend Zeit und verbringt davon so viel wie ihr könnt in Deira! Dann wird euer Trip perfekt. Dubai ist eine Stadt für deren Schönheit es keinen Ausdruck gibt. Wer sich dem wahren Flair hingibt, den wird das Gefühl dieser Stadt nie wieder loslassen!

 

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