Secluded Time

Verantwortungsvoll Bloggen – ist das realistisch?

Was ist verantwortungsvolles Bloggen? Andrea von Indigoblau möchte dies in einer spannenden Blogparade von uns allen erfahren.

Diese Blogparade kam für uns wie gerufen. Sie hat genau den Nerv getroffen, den wir die letzten Tagen sowieso schon zucken gespürt haben. Uns ist es äußerst wichtig verantwortungsvoll gegenüber der Umwelt sowie unseren Mitmenschen zu bloggen. Aktuell ist es zwar nicht so, dass wir mit einem einzelnen Artikel oder Post abertausende Menschen beeinflussen. Dennoch erreichen wir genug, dass wir zumindest darüber nachdenken müssen, welche Message hinter unseren Beiträgen steckt und ob wir diese auch wirklich genau so vertreten können. Denn all das, was man in die Welt hinausruft, wird auch irgendwo gehört. Und das, was gehört wird, wird eine Reaktion in irgendeiner Art und Weise nach sich ziehen.

 

Bloggerverantwortung im Influencer Zeitalter
Was ist Bloggerverantwortung?

 

Wer andere beeinflusst, der trägt dabei auf jeden Fall eine Verantwortung! Folglich trägt ein Blogger Verantwortung für seine Follower oder Leser. Vergleichen wir diese Situation einfach mal mit der Schule. Denn Blogger lehren ihre Follower in einem gewissen Rahmen ebenfalls etwas über die Welt – eben ähnlich einem Lehrer. Ein Lehrer erzählt allerdings von Mathematik, Geschichte oder Grammatik. Grob zusammengefasst überbringt die Schule zumeist vorab festgelegte Fakten. Und das Personal ist in einem jahrelangen Studium darauf vorbereitet worden. Ein Blogger hingegen berichtet hauptsächlich von seinen persönlichen Erfahrungen und seinem Blickpunkt. Es gibt keinen vorgegebenen Lehrplan oder fertige Richtlinien. In den Sozialen Medien dürfen Gedanken, Bildmaterial und Lebenstipps fast völlig ungeprüft vermittelt werden. Nach Herzenslust und im Auge des Verfassers!

Das Internet ist in der heutigen Zeit eine wichtige Form der Weltbildung. Neben Lehrer, Peergroup und Eltern treten die Vorbilder von Youtube, Instagram und Co. Zu ihnen wird aufgeschaut und das, was sie vormachen, bei manchen mit der Zeit als eigener Maßstab angesetzt. Nur weil solche Vorgänge in der Medienwelt nicht von Angesicht zu Angesicht ablaufen, heißt das nicht, dass es nicht mindestens genauso tiefe Wurzeln schlagen kann. Vielen Influencern und auch einigen Bloggern scheint dies jedoch leider nicht ausreichend bewusst zu sein.

1. Gestorben für ein Selfie?

Sich für ein Foto in Gefahr bringen? Das geschieht heutzutage zu oft und weltweit. Als internationales Beispiel fällt uns spontan ein Unglück aus Sri Lanka ein, bei dem eine junge Frau in Selfiepose von einem Felsen in die Tiefe stürzte und sich tödliche Verletzungen zuzog. So etwas sollte einfach nicht passieren. Jeder Tod ist furchtbar und sinnlos, aber auf diese Art und Weise zu sterben, ist einfach nur noch hinrissig und bereits durch eine winzige Portion an Vernunft zu verhindern. Warnschilder sind zu beachten, Abhänge zu meiden! Kein einziges Foto ist es wert dem Tod auch nur den winzigsten Spalt in der Tür zu öffnen. Unser Leben sollte uns definitiv mehr bedeuten als irgendein Fotomotiv.

 

Dein Leben ist mehr wert als ein Foto

2. Der Vorfall am Königssee

Das Thema Bloggerverantwortung ist genauso komplex wie schwierig! Mit ein paar wenigen Worten lässt sich das sicher nicht lösen. Um ehrlich zu sein, herrscht in unseren Köpfen zu dieser Angelegenheit ein gigantischer Wirrwarr. Denn in dieser Begebenheit verschwimmen manche Grenzen. Von einer Universallösung zu sprechen, wäre in vielerlei Hinsicht anmaßend.

Kommen wir also zunächst auf ein äußerst aktuelles Thema zu sprechen. Dabei handelt es sich um das Ereignis, das uns seit einigen Tagen großes Kopfzerbrechen bereitet. Eine Instagrammerin besuchte vor nicht allzu langer Zeit den Königssee im Berchtesgadener Land. Wie so viele andere auch pilgerte sie über einen äußerst abschüssigen, rutschigen Pfad zum Instagram-Hotspot-Wasserfall und postete anschließend die Beweisfotos für ihre riesige Followergemeinschaft. Erstmal kein allzu großes Problem, oder?

Doch das Problem kommt jetzt: Die Wanderung zum Wasserfall führt dich NICHT einfach nur entlang von irgendwelchen mickrigen Abhängen, sondern sie ist so gefährlich, dass es bereits zu zahlreichen Unfällen gekommen ist. Sogar beim Baden im Wasserfall gab es schon Tote. Hinzu kommt, dass nicht jeder Besucher so pfleglich mit der Natur umgeht, wie es sich nach gesundem Menschenverstand gehören würde. Die Nationalparkverwaltung im Berchtesgadener Land spricht von zertrampelten Pflanzen, Müll und unerlaubten Campingaufenthalten. Das Problem spaltet sich also in zwei Unterkategorien auf: Die unnötige Gefahr, in die sich die Fototouristen für eine spektakuläre Aufnahme bringen und die Zerstörung, die die Natur durch den Massenandrang erfährt.

 

Friedvolle Abendstimmung am Königssee

 

Aus eben all diesen Gründen wurden die Wege gesperrt und mit Warnschildern versehen, die auf die Bedrohung für dein Leben hinweisen. Doch was hat das groß geändert? Du kannst es dir denken. Schaulustige wandern trotzdem noch in Massen zum Wasserfall. Für ein Foto, das es einfach nicht wert sein kann! Egal wie atemberaubend es ist!

Der Nationalpark bat die Instagrammerin im Anschluss die Fotos zu löschen, damit nicht noch mehr Menschen zu der Wanderung sowie einem Bad im natürlichen Infinity Pool angestiftet werden. Ist ja auch vollkommen nachvollziehbar. Finden wir zumindest. Denn derartige Regeln haben glasklare Gründe! Was Regeln angeht, sind wir Deutschen zwar auf unsere Art überaus strikt, neigen von Zeit zu Zeit zum Übertreiben, aber hier geht es um Sicherheit! Für Mensch UND Natur! Also sollte KEIN Blogger und KEIN Influencer dazu anregen diese Sicherheitsmaßnahmen zu ignorieren.

3. Verantwortung, die man hat, muss man auch tragen

Was hat diese Geschichte nun mit uns zu tun? Um ehrlich zu sein, eine ganze Menge! Unter anderem waren wir nur wenige Tage vor diesem Vorfall selbst am Königssee und standen vor der Entscheidung Wasserfall ja oder nein? Nach einer abwägenden Inspektion des ersten Wegabschnitts haben wir uns schließlich dagegen entschieden. Der Pfad ist recht schmal und maximal zwanzig Zentimeter zu deiner rechten geht es steil und kompromisslos hinab in die Tiefe. Keine Ahnung, ob der komplette Weg so ausschaut, aber dieses Risiko war uns die Sache einfach nicht wert. Eine solche Wanderung erfordert Können, Trittsicherheit und Erfahrung. Etwas worüber weder Julia noch die meisten Schnappschussfotografen verfügen, die dort entlang marschieren.

Warum wollten wir überhaupt zu den Pools wandern? Wenn es doch verboten ist? Ganz ehrlich gesprochen? Auch wir hatten uns dank einer schillernden Aufnahme in diesen Spot verliebt. Uns war im Vorhinein jedoch nicht bekannt, wie die Situation vor Ort ist und haben von den Verbotsschilder erst direkt am Weganfang erfahren. In dem Moment war es uns wichtig, dass wir uns ein eigenes Bild von der Sache machen. Stehen die Schilder da, weil sie unvernünftigem Overtourism vorbeugen wollen oder weil die Strecke wirklich gefährlich ist? Wir waren zu einem gewissen Punkt schon in Versuchung. Die Location hat uns unglaublich angesprochen und gelockt, aber begründete Maßnahmen sind zu akzeptieren.

Durch die spätere Berichtserstattung haben wir davon gehört wie respektlos einige mit der empfindlichen Natur des Nationalparks umgehen und waren uns aufgrund dessen umso sicherer, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Was wir oft vergessen ist, dass Umweltbewusstsein und Vernunft nicht für jeden eine Selbstverständlichkeit ist. Nur weil wir selber versuchen uns umsichtig zu verhalten, um die Natur und uns selber zu schützen, tut uns das nicht automatisch jeder gleich. Dafür genügt ein Blick in die Welt. Ein Blick auf die Müllberge im Wald, die mutwillige Zerstörung von Pflanzen oder das vergessene Mitgefühl gegenüber Tieren.

4. Schließe nicht von dir auf andere!

Welche Rolle spielen Soziale Medien oder Blogger in dieser Angelegenheit genau? Dass man den Tourismus mit Posts in der Onlinewelt gezielt beeinflussen kann, ist wohl mehr als glasklar. Wieso sonst werden Blogger immer wieder von Destinationen und Ländern zum Besucherfang eingesetzt? Also seid vorsichtig mit dem, was ihr anpreist.

 

Wir alle wissen, dass das Internet unser Kaufverhalten beeinflusst

 

Wir nehmen uns mal heraus zu behaupten, dass wir höchstwahrscheinlich zum Wasserfall gelaufen wären, ohne Müll liegen zu lassen oder unschuldige Zweige abzuknicken. Mit unserer vorsichtigen und bedachten Art wäre uns ebenso wahrscheinlich nichts zugestoßen und wir hätten auch nicht in den Wasserbecken gebadet. Aber um uns geht es hier nicht vordergründig. Vielmehr geht es um das Zeichen, das wir damit gesetzt hätten. Nämlich, dass es okay ist sich über Verbote hinwegzusetzen, die aus gutem Grund existieren. Es wäre unsere Mitschuld gewesen, wenn anschließend unsere Leser, Follower oder irgendjemand, der uns auf dem Weg sieht, es uns gleichgetan hätten. Es ist natürlich möglich, dass unsere Leser ebenfalls ihr Bestes für die Natur und ihr persönliches Wohlbefinden geben. Doch solange wir das nicht mit hundertprozentiger Sicherheit bestätigen können, ist es fahrlässig einfach naiv davon auszugehen.

Leser und Follower sind doch das, was unseren Blogs erst das Leben einhaucht. Texte, die keiner liest, oder Bilder, die keiner betrachtet, sind eben einfach nur Texte und Bilder. Liest unsere Seiten auch nur ein einziger Mensch, werden sie dadurch beeinflussend. Sie werden zu etwas, das anderen etwas gibt. Und damit wird uns, als Bloggern, etwas zurückgegeben. Also: Lasst uns doch einfach unsere Leser/Follower schätzen und ihnen wirklich nur die Tipps geben, die wahrhaftig zu ihrem Besten sowie dem Besten unseres Planeten sind. Auch wenn das heißt ab und zu zweimal nachdenken zu müssen oder einen besonders tollen Ort nicht teilen zu können.

5. Unbekannte Orte bekannt machen – ein No Go?

Wir alle sind verantwortlich für die Welt, in der wir leben! Für ihren Zustand und ihr Wohlbefinden, ihre Unversehrtheit sowie ihre zukünftige Existenz.

Unser Blogname Secluded Time steht dafür Zeit an Orten zu verbringen, die idyllisch einsam und unberührt sind: unseren Secluded Places. Dementsprechend suchen wir immer nach dem Spot, den noch keiner gesehen oder über den noch keiner berichtet hat. Um dann im Anschluss selbst darüber zu schreiben. Inzwischen sehen wir das in etwa so: Logisch betrachtet ist das ein absolut bescheuertes Vorhaben. Denn so tragen wir aus eigener Hand dazu bei die Welt von eben diesen Plätzen zu bereinigen. Dabei ist unser Ziel doch genau das Gegenteil. Eigentlich wollen wir es mehr Menschen ermöglichen Hiddenspots am Rande des gegenwärtigen Overtourism zu erleben. Dieser Plan wird aber nicht aufgehen, wenn mit einem Mal hunderte Menschen täglich auf ehemals versteckten Pfaden wandeln. Angelockt durch Berichte im Internet!

 

Oft liegt Idylle in der Einsamkeit

 

Was sollen wir demnach tun? Einfach aufhören? Jetzt sofort? Wir alle! Blogs verbieten? Vielleicht wäre das die beste Lösung? Vielleicht würde dadurch die Natur vor uns Menschen verschont bleiben und der Tourismus dort verweilen, wo er sowieso bereits angekommen ist. Wäre möglich. Dennoch halten wir dieses Prinzip für kaum umsetzbar! Als würde irgendjemand ein solches Gesetz verabschieden. Und es wäre auch ein ganz schön heftiger Schritt, denn Blogs haben auch eine Menge positives Potenzial. Möglicherweise liegt darin die Zwischenlösung. Wir alle sollten das Positive herauspicken, das wir mit unseren Blogs bewirken können. Wer viele Leser erreicht, der hat viele Ansprechpartner, denen er einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur und der Reisekultur vermitteln sollte. Da ist nämlich noch so viel zu tun. Die Stimmen müssen lauter werden und die Hinweise nachdrücklicher. Auf einer Basis, auf der sich alle angesprochen fühlen.

Unserer Meinung nach, sollte ausnahmslos jeder Reisende mit einem Mindestmaß Verantwortung und uneingeschränkter Umsicht unterwegs sein. Das würde einigen negativen Tourismusphänomenen mit Verlaub sofortigen Einhalt gebieten. Davon sind wir aber leider noch weit entfernt.

Wir haben uns für die Zukunft konkret vorgenommen, dass die geheimsten Orte auch besser geheim bleiben. Lieber geben wir dir Tipps und Anregungen, wie Du selbst deinen perfekten Secluded Place suchst als – überspitzt gesagt – jede einzelne Koordinate zu verraten. Zwar werden wir weiterhin auf bestimmte Plätze hinweisen und Fotos von unseren Lieblingsorten teilen. So funktioniert unser Blog und wir führen diesen Blog mit großem Spaß. Das bedarf auch keiner Rechtfertigung. Aber die Orte, die schutzbedürftig sind, werden diesen Schutz gewährt bekommen. Uns ist völlig klar, dass es Ermessenssache ist, welche Plätze den Schutz benötigen, aber wir versprechen unser Bestes zu geben, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

 

Der richtige Weg findet sich meist irgendwo in der Mitte

6. Echtheit & Authentizität

Eine weitere sensible Angelegenheit in der Bloggerwelt ist Echtheit. Viel zu oft wird beschönigt oder weichgezeichnet. Wir zeigen hier mit dem Finger verstärkt auf die Sozialen Medien. Es fängt bei reißerisch bearbeiteten Fotos an und hört bei völlig verzerrten Selbstdarstellungen auf. An dieser Stelle haben wir das Bedürfnis ganz deutlich zu sagen, dass das alles natürlich nicht auf jeden Blogger oder Instagrammer zutrifft. Da wir am meisten in der Reisebloggerbranche unterwegs sind, können wir vor allem für diese Leute sprechen. Und wirklich viele dieser Blogs sind bis in die Zehenspitzen authentisch. Man spürt die Leidenschaft und das Herzblut in jeder Zeile. Viele von diesen Bloggern führen ihre Sozialen Medien ebenfalls mit Ehrlichkeit und ohne viel zu verfälschen. Die Bilder sind frei von weltfremden Farbfiltern und zeigen nichts als die pursten Reisefakten.

Nun aber von den besten Beispielen zu den schlimmsten – natürlich ist das hier bitte alles äußerst subjektiv aufzufassen! Für uns persönlich, verkörpern die schlimmsten Beispiele all diejenigen Menschen, die Du hinter Filter, Posen und Perfektion überhaupt nicht mehr erkennst. Hier bekommen wir innerlich die Krise. Wie soll man sich in einer Welt zurechtfinden, die offiziell zwischen Realität und Märchenwelt keinen Unterschied mehr kennt? Kein durchschnittlicher Weltbürger lächelt den ganzen Tag mit strahlend weißen Zähnen wie ein Supermodel, chillt im Morgenmantel in Santorini am Pool oder ist permanent bis über beide Ohren verliebt. Das aber suggerieren die Sozialen Medien! Den meisten von uns ist zwar bewusst, dass vieles davon nichts als mühsam zusammengekleisterte Fassade ist. Das ändert aber nichts daran, dass solche Darstellung trotzdem nach dieser Art von Leben streben lassen. Was der Mensch sieht, das will er. Zumindest ist das sehr oft so! Und permanent etwas zu sehen, was man allein aus Realitätsgründen nicht bekommen kann, das macht auf die Dauer unglücklich. Deshalb sind wir für mehr Ehrlichkeit beim Bloggen, auf jeglichen Sozialen Kanäle und auch überall sonst auf unserem blauen Erdball.

Wie so oft, ist es angebracht vor der eigenen Haustür zu kehren, bevor man anderen mit Vorwürfen gegenübertritt. Was Echtheit und Authentizität angeht, sind wir auf dem richtigen Weg, aber sicher noch nicht angekommen. Auf dem Blog selbst schreiben wir mit großer Ehrlichkeit und versuchen alles genau so darzustellen wie wir es erlebt oder empfunden haben. Bei Instagram hingegen zeigt sich ein etwas anderes Bild. Wahrscheinlich würde ein außenstehender Betrachter unseren Feed eher bei den realitätsfernen und gestellten Accounts einordnen. Wobei das gar nicht unbedingt der Wahrheit entspricht. Es macht uns einfach eine Menge Spaß das perfekte Foto an einem verzauberten Ort zu schießen und hinterher etwas an den Farbreglern in Lightroom zu spielen. Julia liebte bunte Kleider schon lange bevor wir Instagram beigetreten sind und ist wann immer es geht in einem von ihnen unterwegs. Also stellen unsere Fotos schon zu einem großen Teil unser echtes Leben dar. Dennoch sind die Posen schon mal etwas unnatürlich oder einfach zu sehr dem allgemein typischen Instagrammer nachempfunden.

 

 

Das geschieht wohl unter anderem aus dem Grund, dass diese Art von Fotografie – wie man sieht – bei vielen erfolgreichen Accounts sehr gut ankommt. Es ist also so eine Art „play it safe“-Vorgehen. In dieser Hinsicht wollen wir uns noch ein Stück weiterentwickeln und mehr unser eigenes Ding machen sowie mehr von uns selber zeigen. Das heißt nicht unbedingt, dass unsere Bilder in Zukunft weniger bearbeitet werden oder ihren Farbglanz verlieren. Vielmehr geht es darum Bilder zu posten, weil sie uns gefallen und unsere reale Sicht auf die Dinge darstellen. Diese Sicht kann alles sein: kunterbunt oder grau in grau! Rational oder verträumt! Nur eins kann sie nicht sein: angepasst! Wo uns das hinführt? Hoffentlich zu uns selbst und einem verantwortungsbewussten Bloggertum.

 

Bloggertum und Verantwortung
Warum nicht auch mal ein Foto posten, auf dem nicht alles perfekt ist?

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3 KOMMENTARE
  • Oli
    Antworten

    Zunächst einmal vielen Dank fürs Lob. :)

    Gefahren gegeneinander aufzurechnen klingt zunächst etwas doof. Aber ich finde, dass man genau das tun sollte. Das Problem ist nämlich, dass wir immer eine Balance finden müssen zwischen Lebensqualität/Freiheit und Sicherheit. Deswegen vermeiden wir Menschen in der Regel dort Sicherheitsmassnahmen, wo wir glauben, dass sie keinen grossen Effekt haben. Die Folge ist dann aber, dass wir uns mit grossem Aufwand vor harmlosen Dingen schützen, bei echten Gefahren dann aber gar nichts machen.

    Ausserdem ist mein persönlicher Eindruck, dass es weltweit eine Inflation der Gefahrenschilder gibt. In Shanghai gibt es einen 20 Zentimeter tiefen „See“, dem man sich nicht mehr als 50 Zentimeter nähern darf und in der U-Bahn wird dann vom Wächter angepfiffen, wenn man sich näher als 50 Zentimeter dem Gleis nähert – obwohl eine dicke Glasscheibe das Perron von den Gleisen trennt. Das ist aber bei uns in Europa nicht anders. Da muss man sich dann eben nicht wundern, wenn immer weniger Menschen, Warnungen ernstnehmen.

  • Oli
    Antworten

    Laut einer indischen Studie sind zwischen Oktober 2011 und November 2017 weltweit 259 Personen bei Selfie-Aufnahmen gestorben. Das sind zwischen 40 und 50 Personen pro Jahr. Wohlverstanden weltweit. Zum Vergleich: Im Strassenverkehr kommen pro Jahr über eine Million Menschen ums Leben.

    Natürlich ist die Dunkelziffer gross und natürlich ist jeder Todesfall, auch schon nur jede Verletzung, tragisch und unnötig. Aber ich verstehe nicht, wieso man immer auf die vermeintlichen Gefahren von Leuten hinweisen muss, die für ein cooles BIld über Absperrungen klettern,

    Die grossen Gefahren auf Reisen sind der Verkehr und Krankheiten, die von Moskitos übertragen werden. Wer auf dem Mopedausflug in Thailand konsequent einen (guten) Helm trägt und sich regelmässig mit Insektenspay eingesprüht, der hat so viel für seine persönliche Sicherheit getan, dass er getrost über jede Absperrung dieser Welt klettern kann.

    Hier habe ich mal was geschrieben dazu, wieso wir Gefahren so oft falsch einschätzen: https://weltreiseforum.com/blog/risiko-analyse/

    1. Secluded Time • Julia & Felix
      Antworten

      Hi Oli,

      Hier geht es ja nicht darum Risiken gegeneinander abzuwägen. Wenn wir reisen, gehört zu unseren Befürchtungen normalerweise nicht, dass wir beim Fotografieren irgendwo runterfallen. Aber vor allem aus dem schlichten Grund, dass man so etwas recht einfach verhindern kann. Durch eine gewisse Portion Vorsicht! Außerdem geht es nicht nur um die Menschen, die während einer Selfieaktion irgendwo abstürzen, sondern gerade auch um die, die sich beim Wandern/Klettern überfordern und in Gefahr bringen, um an einen derartigen Ort zu gelangen.

      Vor Mücken oder Verkehrsunfällen kann man sich ebenfalls schützen, aber eben bei weitem nicht so effizient! Ob man trotz der Nutzung von NoBite o. ä. gestochen wird, das hat man nicht in der Hand! Warum also sollte das Auftragen von Mückenschutz es rechtfertigen, dass man sich an einer anderen Stelle in Gefahr begibt. Noch konkreter: Warum sollte das Meiden irgendeiner Gefahr rechtfertigen, dass man eine andere wissentlich eingeht? Vor allem eine, die man aktiv selbst herbeiführt! Egal, wie unwahrscheinlich ein schlimmer Ausgang statistisch gesehen ist! Und noch dazu geht es darum, dass man es nicht auch noch öffentlich vormachen muss. Wir würden auch keinen dazu anstiften wollen, ohne Helm Roller zu fahren. Solche Bilder gehören also streng genommen auch nicht in die Internetwelt…!

      Dein Artikel skizziert die Thematik Sicherheit auf Reisen aber wirklich interessant, gibt tolle Einblicke und hoffentlich einigen, die sich nicht trauen, Mut!

      Liebe Grüße Julia & Felix

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