8 Dinge, die wir aus unzähligen Venedig Besuchen gelernt haben

Venedig gehört zu den Städten, zu denen wir so eine Art untrennbares Band entwickelt haben. Irgendwie kehren wir immer und immer wieder in die zauberhafte Stadt auf dem Wasser zurück. Das liegt möglicherweise auch daran, dass ein Zwischenhalt in Venedig nur wenige Kilometer Umweg von unserer mautfreien Route nach Kroatien bedeutet. Inzwischen haben wir Venedig wohl fast zu jeder Jahreszeit und Wetterlage besucht. Dabei haben wir ein paar interessante Dinge für uns festgestellt.

 

Venedig Tipps & Tricks
Venedig ist eine der fotogensten Städte weltweit

1. Venedig ist bei Nacht, Regen oder Nebel am schönsten

Im Jahr 2014 waren wir das erste Mal gemeinsam in Venedig. Direkt nach unserer Ankunft begann es zu regnen. Kein Hoffen, kein Flehen half. Es hat unseren kompletten Besuch über durchgeschüttet. Von Nieselregen bis fingergroße Wassertropfen stand alles auf dem Programm. Erst waren wir geschockt, doch schon bald schlug die miese Stimmung um. Und zwar in hellauf begeistert. Die Gassen leerten sich wie von Zauberhand. Zurück blieben wir. In Stille und Idylle! Wir beobachteten die Wassertropfen auf die Kanäle tropfen, wo sie kleine Kreise zeichneten. Gegen Wind und Wetter gewappnet – unter einem schützenden Schirm – verbrachten wir Stunden damit durch die einsame Stadt zu schlendern. Venedig auf diese Art und Weise kennenzulernen war einfach perfekt! Auch die Fotos sind übrigens überragend geworden. Der Regen ließ selbst die unscheinbarste Hausfassade strahlen.

Bei Besuchen im Spätherbst und zu nächtlicher Stunde haben wir ähnlich schöne Erfahrungen gemacht. Je weniger die Sonne scheint, desto mehr leeren sich die Brücken und Kanäle. Dabei entstehen einzigartige und außergewöhnliche Fotomotive. Die Rialtobrücke bei Sonnenschein hat schließlich jeder schonmal auf irgendeinem Bild im Internet gesehen.

 

Venedig im Spätherbst mit regennassen Straßen

2. Wir wissen jetzt wie Asiatische Tigermücken aussehen…

Von außereuropäischen Reisen kennen wir die Asiatische Tigermücke natürlich längst. Zumindest wissen wir schon lange um ihre Existenz und haben bestimmt den einen oder anderen Stich von diesen winzigen Monstern geerntet. Stiche von Tigermücken solltest Du allerdings so gut es geht vermeiden, denn infizierte Mücken übertragen Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder Chikungunya auf uns Menschen.

Wie man dem Namen gut ablesen kann, stammt diese Mückenart ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Inzwischen hat sie sich jedoch in vielen Ländern weltweit verbreitet. Auch in Europa nimmt die Anzahl an Tigermücken immer stärker zu. Unsere erste Auge zu Auge Begegnung mit einer solchen Tigermücke fand vor den Toren Venedigs statt. Wir hatten gerade unser Auto auf einem der Parkplätze vor der Zugangsbrücke geparkt, als uns eine überraschend große Mücke anflog. Tatsächlich getigert. In schwarz-weiß!

Um dich zu beruhigen: In Venedig selbst haben wir keine weiteren Tigermücken gesehen und auch keine Stiche bekommen. Wir vermuten, dass sich lediglich ein paar Exemplare in den Feuchtgebieten vor der Stadt aufhalten. Dort haben sie genau das Umfeld, das sie lieben.

Auf der Heimfahrt bot sich uns die minderfreudige Überraschung, dass zwei der Viecher irgendwie den Weg in unser Auto gefunden haben. Bemerkt haben wir das aber erst nach ungefähr vier Stunden Fahrt. Da sieht man, wie einfach sich derartige Mücken im Zeitalter des Reisewahns ausbreiten können.

 

Entlang der Kanäle haben wir bisher keinen einzigen Mückenstich bekommen

3. Es gibt immer irgendwo eine leere Straße für malerische Fotos

Venedig gehört zu den beliebtesten Destinationen weltweit. Unzählige Touristen nehmen jährlich weite Distanzen auf sich, nur um einmal in einer romantischen Gondelfahrt über den Canal Grande zu gleiten. Man sollte also meinen, dass sich nirgends in Venedig ein ruhiges Plätzchen finden lässt. Das aber stimmt so gar nicht. Um die Massen abzuschütteln, musst Du nichts weiter tun als zweimal anders abzubiegen als alle anderen. Selbst zur Hochsaison gibt es sie noch: Die malerischen Gassen, die dich Hektik und Trubel augenblicklich vergessen lassen.

 

Leeres Venedig
Uhrzeit und Jahreszeit machen ebenfalls einen großen Unterschied

 

Besuche Venedig im Winter
Idylle pur in Venedigs untouristischeren Ecken

 

4. Ohne ein funktionierendes GPS-System geht gar nichts

Wenn Du es drauf anlegst, kannst Du dich in Venedig hoffnungslos verlaufen. Spätestens nach Einbruch der Dunkelheit schaut jede Straßenecke gleich aus. Müssen wir nach rechts oder links? Mhmm, gute Frage! Eigentlich haben wir beide einen ausgesprochen guten Orientierungssinn, aber in der Stadt, die auf Stelzen erbaut wurde, ist darauf überhaupt kein Verlass mehr. Nachdem wir einmal um zehn Uhr abends völlig verzweifelt mit leeren Akkus uher geirrt sind – die Gassen wurden immer leerer und schauriger – haben wir uns nie wieder ohne Google Maps nach Venedig hinein gewagt.

 

Tipps und Tricks in Venedig
Manche Straßen in Venedig enden einfach im Nichts

5. Bei den Einheimischen schmeckt es am besten

Venezianische Restaurants haben wir schon einige getestet. Doch nie hat es uns besser geschmeckt als an dem einen Abend, an dem wir uns plötzlich in einem Wohngebiet fernab aller bekannten Touri-Hotspots wiederfanden. Die leckerste Pizza Margherita der Welt für gerade mal vier Euro und hausgemachte Pasta zum Reinlegen.

 

Geheimtipps in Venedig
Diesen Abschnitt Venedigs haben wir nur durch Zufall entdeckt

6. Man kann immer wieder kommen, weil man immer noch etwas entdecken kann

Auch nach unzähligen Venedig Besuchen haben wir immer noch das Gefühl maximal die halbe Stadt zu kennen. Venedig ist dermaßen verschachtelt, dass man bei der Besichtigung zu Fuß unendlich lange braucht. Als Beispiel: Wir haben uns bestimmt schon zehnmal vorgenommen „Heute schaffen wir es endlich mal hinüber nach Burano.“ Geklappt hat das aber bisher nie! Jedes einzelne Mal haben wir uns letztendlich irgendwo in den Gässchen um den Markusplatz verloren, während die Zeit in Windeseile durch die Sanduhr gerieselt ist.

 

Entdecke Venedig auf dem Wasser
In Venedig sind wir bislang noch nie mit dem Boot gefahren

7. Es erfordert eine Menge Geduld ein Foto auf der Rialtobrücke zu bekommen

Erst bei unserem vierten oder fünften Besuch in Venedig haben wir uns zu einem Fotoshooting auf der Rialtobrücke hinreißen lassen. Entlang des Brückengeländers stapeln sich die Menschen förmlich aufeinander. Egal, was Du versuchst, irgendwer wird sich immer vor deine Linse stürzen. Das entspricht bei so vielen Menschen schon alleine dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit. Ende Oktober letzten Jahres haben wir uns dann endlich auch mal unter den Trubel des Wahnsinns gemischt. Nach ca. fünfzehn Minuten Ausharren sind wir zu den gewünschten Ergebnissen gekommen. Völlig frei von fremden Protagonisten. Der Trick? Wie ein Verrückter losrennen, sobald sich eine Stelle am Geländer lichtet und dann möglichst dauerhaft den Auslöser betätigen.

 

Rialtobrücke Venedig
Magische Stimmung im herbstlichen Venedig

 

Rialtobrücke Venedig, Italien

 

8. Parken und Übernachten solltest Du außerhalb

Wer keinen Goldesel im Keller hat, dem wird es bei den Preisen in der Lagunenstadt ähnlich gehen wie uns. Er wird erstmal schlucken müssen. Und sich letztendlich dazu entscheiden die Nacht auf dem Festland zu verbringen. Egal zu welcher Jahreszeit wir es versucht haben, wir haben es niemals vollbracht ein bezahlbares Zimmer in Venedig zu ergattern. Jedenfalls bis heute: In den aktuellen Pandemie-Zeiten gibt es auf einmal drei Sterne Unterkünfte, die ihre Betten für unter 40€ die Nacht verscherbeln. Ob man deshalb unbedingt gleich hinfahren muss? Nun, das liegt in der Vernunft eines jeden selbst!

 

Canal Grande Venedig
Einmal in Venedig übernachten? Das wäre ein Traum!

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4 KOMMENTARE
  • Ilona von wandernd.de
    Antworten

    Och, da stimm ich euch aber nicht völlig zu.
    Zum einen war ich noch nie mit GPS in Venedig unterwegs – eine normale Karte tuts eigentlich auch, um sich zurecht zu finden. Außer man kann die vor lauter GPS-Nutzung nicht mehr lesen ;)
    Und auch beim Übernachten stimm ich euch nicht zu. Ich würde nie außerhalb übernachten, sondern *immer* mittendrin. Dann fällt man nämlich früh kurz vor Sonnenaufgang zur Tür raus und ist mitten in der Stadt… so herrlich <3 Außerdem kann man die Stadt dann ganz anders erkunden, als wenn man immer rein und raus fahren muss.

    Was mir ein bisschen fehlt: Sich Zeit lassen. So RICHTIG Zeit. Eben nicht irgendwo an der Adria absteigen und für einen Tag reinfahren. Sondern ein paar Tage einfach dort bleiben und es genießen, die Karte (oder das GPS ;) ) mal wegstecken und sich ganz bewusst verlaufen. Wirklich wegkommen von den Hauptattraktionen (ich hab nach mehreren Besuchen eher gelernt, dass die Rialtobrücke total überschätzt ist:D Da geh ich immer ganz schnell vorbei.)

    1. Secluded Time • Julia & Felix
      Antworten

      Das ist so wahr: Venedig braucht jede Menge Zeit! Das passt wunderbar zu Nummer 6 „Man kann immer wieder kommen, weil man immer noch etwas entdecken kann“, aber es hätte tatsächlich auch seinen eigenen Punkt verdient! Vielleicht werden also aus acht noch neun Lektionen! ;)
      Und was die Karten-Sache angeht … nun ja, jeder wie er es bevorzugt!:D

      Liebe Grüße, Julia & Felix

  • Gudrun
    Antworten

    Ich bin auch Wiederholungstäterin was Venedig angeht. Am schönsten war mein einwöchiger Aufenthalt vor zwei Jahren im November. Ich habe soviel gesehen und noch immer nicht genug. Nur Tigermücke ist mir bisher keine untergekommen… Eure Fotos sind übrigens klasse!

    1. Secluded Time • Julia & Felix
      Antworten

      Liebe Gudrun,

      Danke für dein Lob! Venedig ist einfach der Traum eines jeden Fotografen-Herzens!
      November ist eine tolle Reisezeit für Venedig. Gerade im Herbst hat uns Venedig auch immer besonders gut gefallen – schon allein deswegen, weil zu der Zeit alles viel ruhiger und unberührter ist!

      Liebe Grüße, Julia & Felix

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