Der Ohridsee in Nordmazedonien: Balkan-Roadtrip

Unsere große Balkanrundreise im letzten Sommer hat uns gleich zweimal durch Nordmazedonien geführt. Das ist jetzt deine Chance! Steig mit ein in unser kleines Auto und begleite uns auf dieser spannenden Fahrt durch das Land, das nicht nur seinen Namen geändert hat. Gemeinsam beginnen werden wir am bezaubernden Ohridsee.

1. Grenzeübertritt zwischen Nordmazedonien und Albanien

Am späten Nachmittag erreichen wir den Ohridsee. Von der albanischen Seite aus liegt er verlassen da und erfreut seinen Betrachter dank seines malerischen Ambientes. Die Sonne nähert sich bereits als glänzender Feuerball der Wasseroberfläche, als wir schließlich die Grenze zu Nordmazedonien passieren. Eigentlich hatten wir geplant viel früher anzukommen. Doch wie das eben so oft mit Plänen ist, lief alles anders. Auf unserer kompletten bisherigen Rundreise durch den Balkan haben wir mindestens zehn Grenzübertritte hinter uns gebracht. Die Grenze hier am Ohridsee ist mit Sicherheit die kleinste von allen und die, für die wir am allerlängsten gebraucht haben. Die Schlange ist kaum fünf Autos lang und trotzdem braucht es Ewigkeiten, bis sie uns schließlich passieren lassen. Spätestens an der Nordmazedonischen Grenze sollte auch der Reisepass auf keinen Fall fehlen. Vor uns drehen zwei deutsche Reisende entnervt und mit quietschenden Reifen um. Man lässt sie ohne Pass hier nicht ins Land. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes steht zwar, dass die Einreise auch mit Personalausweis möglich ist, doch das scheint abhängig davon zu sein, an welcher Grenze man es versucht.

 

Abendstimmung am Ohridsee.

2. Das Kloster Sveti Naum

Auch wenn die Sonne uns nur mit vereinzelten Strahlen von ihrer Existenz wissen lässt, wollen wir uns den Besuch beim Kloster Sveti Naum nicht nehmen lassen. Sveti Naum wurde im 9. Jahrhundert gegründet und ist inzwischen Teil des UNESCO-Welterbes. Die riesige Anlage rund um das Kloster bietet viel zu sehen und ruhige Plätze zum Entspannen. Wer schon immer mal in einem Kloster übernachten wollte, der hat die Möglichkeit eine gemütliche Nacht in einem Hotelbett innerhalb der alten Gemäuer zu verbringen.

Während das Tageslicht erlischt, sitzen wir auf hoch oben auf der Aussichtsmauer und schauen hinunter auf den Ohridsee. So dürfte jeder Abend ausklingen!

 

Die kleinen Souveniershops schließen für die Nacht…

 

Das ist nur ein kleiner Teil der Klosteranlage.

 

An diesem Strand kannst du tagsüber die Seele baumeln lassen.

 

So spät hatten wir das Gelände fast für uns!

 

Auf dem Weg zum Campingplatz fühlen wir uns zum ersten Mal in dieses neue Land ein und sofort ist klar: Hier wird es uns gefallen! Um ehrlich zu sein tut es auch gut einen etwas solideren Baustil und ein paar weniger heruntergekommene Häuser am Straßenrand zu bewundern. Nach zehn Tagen Albanien ist das ein ganz befremdliches Bild. Albanien versprüht zwar seinen ganz besondern Flair, den wir auch niemals missen wollten, doch trotzdem ist es schön mal wieder etwas anderes zu sehen.

 

Eine einzigartige Stimmung.

 

Tschüss, Sonne! Bis morgen!

3. Ein neuer Tag am Ohridsee

Die Sonne kehrt zurück und damit beginnt ein neuer Tag am Ohridsee. Taufrisch knirscht das Gras unter unseren Füßen, als wir uns auf den Weg zur Dusche machen. Sowohl bei den Männern und den Frauen gibt es jeweils nur eine einzige Dusche für alle Camping-Bewohner. Die Wartedauer fühlt sich fast genauso langatmig an wie die Ewigkeit, die wir gestern auf das Überqueren der Grenze gewartet an. Frisch geduscht frühstücken wir im Auto und wagen dann den ersten Blick auf den See. Nur wenige Schritte von unserem Stellplatz entfernt, erwartet uns ein paradiesisches Erwachen. Der Himmel strahlt in allen Blautönen und der See spiegelt die Farben seiner Umgebung mit aller Kraft wieder.

 

So sollte man jeden Morgen erwachen.

 

Ohrid in der Ferne.

 

Ein idyllischer Campingplatz am Ohridsee.

4. Die Stadt Ohrid vom Ohridsee

Nach einem entschleunigten Start in den Morgen machen wir uns auf in Richtung Stadt. Auch Ohrid gehört zum UNESCO-Welterbe. Nordmazedonien hat einiges zu bieten, worauf das Land stolz sein kann und weswegen es in Zukunft bestimmt noch viele Touristen anlocken wird.

 

Einiges los in Ohrid.

 

Der Rest des Tages gehört nur Ohrid. Das Auto lassen wir am Stadtrand stehen und schlendern ins Zentrum. Über eine breite Geschäftsstraße gelangen wir zur Anlegestelle der Boote und Fähren, die Urlauber über den See geleiten. Direkt vor dem kleinen Hafen befindet sich ein grünes Areal mit interessanter Kunst aus Pflanzen. Einige Fotosüchtige drängeln sich an uns vorbei, um das beste Bild für ihre Social Media Feeds zu ergattern. Schön, dass wir heute so entspannt unterwegs sind.

 

Hier starten tagtäglich zahlreiche Ausflugsboote auf den See.

 

Wer will auch ein Foto mit dem Blumenherz?

 

Ohrid erstreckt sich den ganzen Berg nach oben.

 

Bald knurrt der Magen schon wieder. Erst nur bei einem von uns, doch schon bald sind wir uns beide sicher ein großes Loch im Bauch zu verspüren. Wie kann das sein? Das Frühstück liegt doch kaum drei Stunden zurück. Aber mit Hunger ist es normalerweise wenig zielführend eine Stadt zu erkunden. Also lassen wir uns im Schatten einer Hausmauer nieder und werden mit einem leckeren Mahl verwöhnt. Die nordmazedonische Küche im Westen des Landes erleben wir sehr ähnlich zur albanischen. Nur dass die Albaner etwas mehr Gewürz verwenden.

5. Abseits der Pfade in Ohrid

Zufriedenes Brummeln ertönt aus der Magengegend, als wir schließlich die engen Gassen der Altstadt hinauf wandern. Im oberen Teil Ohrids herrscht Stille und man trifft kaum eine andere Menschenseele. Lange zieht es uns durch den einsamen Teil dieser Stadt. Wir sehen abgelegene Kirchen, genießen umwerfende Aussichten auf den See und entkommen der prallen Sonne.

 

Die Idylle beginnt…

 

Hinten auf dem Berg kannst du die Burg von Ohrid erspähen.

 

Voller wird es in der Nähe des alten Theaters. Die ausschweifenden Publikumsränge kannst du kostenlos betreten und der Blick über die große Freilichtbühne mit Stadt und See im Hintergrund ist wahrlich beeindruckend. Hier müsste man mal ein Konzert erleben dürfen. Der richtige Sound und diese Kulisse bringen dein Weltbild zum wanken.

 

Das alte Theater von Ohrid.

 

Hier müsste man wohnen…

 

Was für ein Blumenparadies!

 

Blick von oben auf das alte Theater.

 

Oberer Stadtteil von Ohrid.

 

In einem ausgedehnten Spaziergang bestaunen wir auch noch den Rest der Stadt vom Ohridsee. Das Kloster von Saints Clemens, die vorausgehende Ausgrabungsstätte und die weitläufige Festung sind unsere letzten Stopps, bevor wir entlang der Küste in der goldenen Natur abtauchen.

 

Die Burg von Ohrid bietet nicht allzu viel.

 

Viel mehr gibt es nicht zu sehen!

 

Du kannst aber fast die ganze Mauer entlang schlendern.

 

Der untere Teil der Burg.

 

Urlaub am Ohridsee in Nordmazedonien
Da ist er wieder: der Ohridsee.

 

Sehenswertes in Ohrid, Nordmazedonien
Blick auf das nahe Naturschutzgebiet und die Stadt.

6. Von der Freundlichkeit der Bewohner Nordmazedoniens

Eine Geschichte von der liebreizenden Herzlichkeit der Nordmazedonen müssen wir hier unbedingt noch anbringen: Eigentlich sind wir nur auf der Suche nach dem Weg zu einem Aussichtspunkt. Wir sind uns allerdings nicht ganz sicher, ob wir dazu nicht das Kloster von Saint Clemens durchqueren müssen. Google Maps hat zumindest einen solchen Eindruck vermittelt. Der Besuch des Klosters würde jedoch Geld kosten. Und die Klosterbesichtigung ist zeitlich in unserem Plan gar nicht mehr schaffbar. So fragen wir zunächst am Eingang nach, ob der Ticketverkäufer denn wüsste, wie wir den Aussichtspunkt erreichen könnten. Auch er ist sich nicht sicher. Sein Vorschlag: Wir sollen doch einfach mal nachschauen gehen. Dazu dürfen wir das Kloster kostenlos betreten. Wie lieb ist denn das? Die paar Euro hätten wir natürlich auch bezahlt, aber das hat er von vornherein abgelehnt! Solch eine freundliche Hilfsbereitschaft erfährt man wirklich selten.

 

Erkunde Ohrid am Ohridsee
Die imposante Kirche von Saint Clemens.

 

Direkt vor der Kirche befinden sich interessante Ausgrabungen.

7. Abends am Ohridsee

Bald ist es schon wieder Zeit für einen weiteren Sonnenuntergang. Alle Bewohner und Besucher Ohrids scheinen sich dazu rund um die Kirche des heiligen Johann von Kaneo zu versammeln. Man könnte sich auch keinen besseren Ort vorstellen. Kurze und lange Boote schippern über den See für eine letzte Tagestour, während unzählige Silhouetten vor der Kirche auf den erwärmten Mauern sitzen und der Sonne hinterher winken. Das Kirchengemäuer leuchtet in seiner imposanten sakralen Würde und das Versinken der Sonne ist traumhafter denn eh und je.

 

Kirche des heiligen Johann von Kaneo in Ohrid, Nordmazedonien
Sonnenuntergangsstimmung an der Kirche des heiligen Johann von Kaneo.

 

Kleine Buchten laden im Sommer zum Schwimmen ein.

 

Idyllische Natur an der Küste nahe der Stadt.

 

Im Anschluss laufen wir direkt am Wasser entlang zurück ins Zentrum, wo unser Auto auf uns wartet. Die Strecke am See ist wohl der schönste Abschnitt des Tages. Da können nicht mal die abgelegenen Sträßchen im hohen Teil der Altstadt mithalten. Holzstege und Steinpfade geleiten uns neben hoch aufragenden Felsen über die Wasseroberfläche. Gemütliche Bars und Strandlokale laden dich zu einem verträumten Abendessen am See ein.

 

Urlaub am Ohridsee in Nordmazedonien
Hier kannst du endlose Spaziergänge unternehmen.

 

Unten siehst du die kleinen Restaurants und die vielen Taxi-Boote.

 

Die letzten Meter zurück zum Zentrum von Ohrid.

 

Hat dir unsere gemeinsame Besichtigung des Ohridsees gefallen? Dann steige doch wieder mit ein, wenn unsere Fahrt weitergeht. Ein weiteres Highlight in Nordmazedonien war übrigens unser Besuch beim Matka Canyon!


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2 KOMMENTARE
  • Renate
    Antworten

    Liebe Julia,
    lieber Felix,
    vielen Dank für die schönen Bilder und den interessanten Bericht über eine Region, die mir völlig unbekannt. Der Ort sieht richtig nett aus und es gibt auch einiges drumherum zu sehen. Könnte mir gut vorstellen, da mal Urlaub zu machen.

    Liebe Grüße und bleibt gesund,
    Renate

    1. Secluded Time • Julia & Felix
      Antworten

      Liebe Renate,

      danke dir! Wir können den Ohridsee – sowie ganz Nordmazedonien – wirklich nur jedem empfehlen. Das Land ist noch ziemlich unentdeckt und bietet eine Menge Erholungspotenzial! Solltest du eines Tages dorthin aufbrechen, wünschen wir dir eine wunderbare Reise!

      Bis dahin liebe Grüße zurück und bleibe auch du gesund!
      Julia & Felix

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