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Ein Tagesausflug nach Santa Maria – Die schönste Azoreninsel

Azorenlieber werden über diese Headline den Kopf schütteln. Also wirklich! Die eine schönste Insel, die gibt es doch gar nicht! Alle Azoreninseln sind besonders! Und das stimmt ja auch. Da geben wir dir erstmal absolut Recht. Trotzdem sind für uns nicht alle Inseln gleich und wir haben definitiv unsere Favoriten! Genauso wie unseren Liebling! Und dieser ist mit Abstand Santa Maria (Alle Infos über Santa Maria gibt es hier!). Wir erklären dir auch gerne ganz ausführlich, warum das so ist!

 

Grüne Felder und im HIntergrund ein Felsen im Meer auf Santa Maria
Die Miradouros auf Santa Maria bieten azorentypische, tolle Ausblicke.

Wissenswertes über Santa Maria

Santa Maria – die einzige der neun Azoreninseln ohne aktiven Vulkanismus – liegt ganz im Osten der beliebten Inselgruppe. Mit nur knapp 100 km² zählt Santa Maria klar zu den kleineren Inseln. Von der Hauptinsel São Miguel trennt sie nur ein dreißigminütiger Flug oder eine knapp vierstündige Fährfahrt.

Wer die rund 5.600 Einwohner besuchen will, aber nicht allzu viel Zeit zur Verfügung hat, dem bietet sich ein Tagesausflug von São Miguel aus an! In der Sommerperiode, wenn die gelbe Fährlinie verkehrt, kannst Du die Hauptinsel im Morgengrauen verlassen, um gegen Mittag auf Santa Maria anzukommen. Dort bleiben dir dann um die zehn Stunden, bis die Fähre wieder Richtung São Miguel ablegt. Genug Puffer, um sich ein wenig umzuschauen und diese einzigartige Insel kennenzulernen. Und wer weiß, vielleicht ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. So war es zumindest bei uns!

Mit der Fähre nach Santa Maria

Ein Tag auf Santa Maria ist natürlich viel zu wenig. Das haben wir von Anfang an gewusst. Ein Blick in den Reiseführer hat gereicht, um das zu vermuten. Trotzdem wollten wir diesen Tagesausflug am Ende unserer Azorenrundreise unbedingt noch mitmachen. Besser einmal kurz da gewesen als überhaupt nicht!

Also buchen wir die Fähre online und quälen uns – als der Tag gekommen ist – frühmorgens aus dem Bett. Auf der Fähre nehmen wir uns dann die Zeit, um in Ruhe unsere Route über Santa Maria zu planen. Bald steht fest. Wir wollen eine ausgedehnte Rundfahrt über die Insel per Roller unternehmen. Bisher fehlt uns dazu jedoch der Roller! Die Roller-Suche gestaltet sich auch gar nicht so leicht. Vielmehr gleicht sie einer Odyssee. Das merken wir bald!

 

Wilde Küste in Grün und Gelbtönen auf Santa Maria
Erste Eindrücke von der Insel.

 

Fähr- und Schifferhafen von Santa Maria, Ausblick vom Zentrum Vila do Porto
Der Hafen von Vila do Porto, dem größten Ort auf Santa Maria. Die Fähre der Atlanticoline ist eben angekommen.

 

Nachdem wir auf der Insel angelegt haben, machen wir uns zu Fuß auf den Weg ins Zentrum von Vila Do Porto. Die Innenstadt liegt ein gutes Stück vom Hafen entfernt, aber dafür bekommen wir zu Fuß einen guten ersten Eindruck. Anschließend durchkämmen wir den Ort nach einem offenen Scooter-Rental. Das ganze kostet uns rund eine Stunde unserer wertvollen Zeit. Schließlich werden wir jedoch glücklich fündig und bekommen guten Endes unseren langersehnten Roller. Die Mietgebühr liegt bei 20€ pro Tag. Da kann man nicht meckern!

Unser Tipp für dich: Wenn Du effizientes Zeitmanagement betreiben willst, solltest Du dir bereits im Voraus einen Roller oder einen Mietwagen organisieren. Die Mietagenturen bringen dein Gefährt gewöhnlich direkt zum Hafen, von wo aus deine Erkundungstour starten kann.

Tipp Zwei: Tankstellen gibt es auf Santa Maria nur in Vila Do Porto. Diese Erkenntnis kam für uns etwas spät und hat uns ganz schön ins Schwitzen gebracht. Dazu später mehr!

Einsame Wanderwege und tolle Natur

Unsere erste Etappe führt uns nach Anjos (Hier geht es zum Steckbrief von Anjos). Der Ort an sich macht nicht besonders viel her, dafür die Natur außen herum umso mehr. Wer Anjos nach Westen verlassen möchte, der kann dies auf einem dünnen Wanderpfad entlang des Ozeans tun. An den Hänge blühen kleine Blümchen und die Küste ist rau aber wunderschön. Mitten durch diese Naturidylle führt dich deine Wanderung in absoluter Ruhe mit nichts als dem Meeresrauschen in den Ohren. Anfang Juni trafen wir dort kaum auf andere Wanderer. Hinter der ersten Biegung, nachdem Du Anjos verlassen hast, findest Du auf der linken Seite übrigens auch eine Lavahöhle. Felix lässt es sich natürlich nicht nehmen und wagt eine ausgiebige Expedition.

 

Ein kleines Tor und im Hintergrund ein Pfad der durch die Hügel von Santa Maria führt
Die Wanderung beginnt hinter Anjos.

Die Rote Wüste von Santa Maria

Die Rote Wüste (Hier findest Du den zugehörigen Steckbrief!) von Santa Maria liegt im Norden der Insel und dort ziemlich genau in der Mitte. Was musst Du dir unter der Roten Wüste vorstellen? Einfach gesagt: Ein großes Areal voll von rotem Sand!

Wir näheren uns dem Gebiet mit unserem Flitze-Roller und schon bald ist die Straße keine richtige Straße mehr, sondern viel eher ein Feldweg, dessen Untergrund immer röter wird. Wir lassen unseren fahrbaren Untersatz zurück und laufen neugierig einen dünnen Fußweg entlang. Um uns herum ragen hohe Bäume auf.

Als wir den letzen Baum hinter uns lassen, weitet sich auf einmal der Blick. Wir stehen inmitten einer riesigen Fläche und sehen nur noch rot. Im wahrsten Sinne des Wortes! Der Boden ist, soweit wir blicken können, über und über mit rotem Sand bedeckt. Die Farbe strahlt hell auf und lässt uns den regenverhangenen Himmel mit einem Schlag vergessen. Ein unvergleichlicher Anblick! Die Wüste ist hauptsächlich flach und nur an wenigen Stellen treffen wir auf kleine Dünen-ähnliche Hügel. Umgeben ist das Areal der Roten Wüste von grünen Bäumen und Sträuchern.

 

Rote Wüste auf der Insel Santa Maria, im Hintergrund wenige Bäume
Ist sie nicht schön, unsere Wüste?

Leuchtturm-Alarm

Auf Santa Maria gibt es natürlich auch einige schöne Leuchttürme. Der schönste von allen befindet sich nahe des Ortes Maia: der Farol de Gonçalo Velho. Gäbe es einen Contest der hübschesten Leuchttürme der Azoren, wäre diesem Leuchtturm auf dem Ponta do Castelo ein Platz in den Top Fünf sicher.

 

Grüne Felder auf der Azoreninsel Santa Maria und im Hintergrund der Leuchtturm von Maia
Der Leuchtturm von Maia. Am Hang davor ziehen sich Terrassen die Hänge hinauf.

Auch der Leuchtturm am Ponta do Norte ist seine etwas ungemütliche Anfahrt wert. Zwar wirst Du dort keinen richtigen Leuchtturm mit allem drum und dran finden, aber der Ort ist trotzdem etwas Spezielles. Der Weg dorthin führt dich soweit ab vom Schuss, dass die Etappe an sich schon eine Sehenswürdigkeit ist. Diese Mischung aus liebevoll bepflanzten Gärten und verwilderter Natur neben saftig grünen Wiesen versprüht einen Charme, den man so leicht nicht wiederfindet.

 

Ein Garten auf Santa Maria mit vielen bunten Blumen, im HIntergrund das Meer und ein Felsen
Die hübschen Gärten auf dem Weg nach Norte.

 

Grüne Wiesen auf der Azoreninsel Santa Maria sowie eine Kapelle
Die Kirchen auf Santa Maria haben oft eine exponierte Lage.

Ein ganz besonderer Wasserfall

Bei unserem Besuch am Wasserfall, hatte es tagelang davor maximal getröpfelt.

Laut unserer Recherche erreicht der Cascata do Aveiro am Ortsende von Maia (Mehr über den Wasserfall gibt es in unserem Steckbrief!) eine Höhe von 110 Metern. Damit spielt er weit oben in der Liga der Wasserfälle der Azoren mit und wird nur von ein paar wenigen auf Flores geschlagen. Selbst wenn unsere Recherche nicht stimmen sollte (sie war durchaus schwierig) und er ein paar Meter weniger auf dem Buckel hat, darfst Du diesen beachtlichen Wasserfall auf keinen Fall verpassen.

Über die Jahrtausende hat sich der Wasserfall ein beachtliches Stück in die steil abfallende Felswand gegraben. Das Gestein in dem rundlichen Schlot ist über und über mit Moosen bewachsen und verleiht dem Ort ein ganz besonderes Ambiente.

Direkt am Fuße des Wasserfalls hat sich ein kleiner See gebildet und plätschert von dort ausgehend über mehrere Sammelbecken in Richtung Meer. Mit etwas Glück triffst Du dort auch einige gefiederte Freunde an. Auf jeden Fall aber schießt Du eine Menge klasse Fotos!

Um den Wasserfall zu erreichen, musst Du über Santo Espírito der Straße bis nach Maia folgen. Du fährst durch den kompletten Ort und ganz am Ende der Straße erwartet dich ein kleiner Parkplatz. Von dort aus sind es nur wenige Schritte zum Wasserfall-Schlot. Besonders viele Schaulustige sollten dir dort normalerweise nicht begegnen.

Im Sommer ist der Wasserfall leider häufig ziemlich ausgetrocknet, aber nach ein paar Tagen Regen kommt da auf einmal ganz schön was runter. Die hohe Felswand an sich ist aber beeindruckend und fotogen genug, um den Cascata do Aveiro auch in einer Trockenperiode zu besuchen.

 

Unsere Lieblingskirche auf Santa Maria

Die Ermida de Nossa Senhora de Fátima haben wir auf unserer Routenplanung nicht ins Auge gefasst. Sie ist einfach auf einmal da! Neben der Straße am Wegrand. Unzählige Stufen führen uns nach oben zu einer traditionellen Kapelle. Nicht nur die Aussicht von da oben lohnt sich.

 

Treppen hinauf zu einer Kapelle auf der INsel Santa Maria
Die Ermida de Nossa Senhora de Fátima – eine ganz besondere Kapelle auf Santa Maria.

Unser persönliches Tank-Erlebnis – Stress im Azoren-Paradies

Eine Story steht noch aus. Wir haben fest versprochen dir noch alles über unseren Tank-Zwischenfall zu berichten. Irgendwann knapp nach dem Wasserfall bei Maia fängt unsere Tankleuchte auf einmal an zu blinken. Oh shit! Da ist ja nur noch ein Strich. Von acht! Oh je, was machen wir nun? Wir kämpfen uns den Berg hinauf, geben dabei möglichst wenig Gas und hoffen auf eine Tankstelle in Santo Espírito. Bis zum Ort hält der Sprit wohl noch. Hoffen wir zumindest!

Kurz darauf erreichen wir erleichtert das Zentrum von Santo Espírito. Doch, wie sollte es anders sein, wir haben uns zu früh gefreut. Natürlich ist keine Tankstelle weit und breit zu entdecken. Also fragen wir uns durch. Nach einigen Verständigungsschwierigkeiten wird schließlich klar: Die nächste und somit einzige Möglichkeit zu Tanken befindet sich in Vila do Porto. Gut zwanzig Minuten Fahrt entfernt. Oha!

Bitte, lieber Roller! Wir flehen dich an! Die nächsten Kilometer musst Du noch durchhalten. Wir dürfen hier nicht einfach stranden. Dafür haben wir keine Zeit! Unsere Fähre verlässt in zwei Stunden den Hafen und in drei Tagen müssen wir das Flugzeug auf São Miguel erwischen. Kein guter Zeitpunkt, um das Schiff zu verpassen.

Die Tankanzeige springt immer hin und her. Mal ist es ein Strich, der bedrohlich blinkt, dann wieder zwei oder drei. Je nachdem ob wir bergabwärts oder bergaufwärts fahren. Das zeigt zumindest, dass wir nicht komplett an die Reserven gehen und dass die Tankanzeige einfach nicht ganz exakt anzeigt. Entspannt sind wir trotzdem nicht.

Mit einigen grauen Haaren mehr erreichen wir schließlich den Ortsrand von Vila do Porto. Aufatmend halten wir gleich an der erstbesten Tankstelle. Das ging nochmal gut!

 

Bild von einem Rollerfahrer über eine einsame Straße auf Santa Maria
Mit dem Roller kann man Santa Maria wunderbar erkunden!

Warum Santa Maria unsere Lieblingsinsel ist?

Falls die ganzen Highlights unseres Trips dich nicht überzeugen konnten, fassen wir gerne nochmal für dich zusammen: Santa Maria ist für uns einfach etwas Besonderes. Wir haben die Insel als letze auf unserer Rundreise über ingesamt fünf Azoreninseln besucht. Uns gefällt das trockene Ambiente, die Belassenheit und dass es noch so viel Unbekanntes zu entdecken gibt! Hinzu kommt die Winzigkeit der Insel! Das erzeugt eine ganz besondere Atmosphäre. Wir verspüren große Begeisterung dafür eines Tages wiederzukommen und die Insel zu Fuß zu umrunden!


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