7 Fehler auf unserer Georgien Reise

Eins hast Du mit Sicherheit schon mal richtig gemacht: Du interessierst dich für eine Reise nach Georgien oder befindest dich bereits in diesem wundervollen Land. Damit Du auf deinem Abenteuer unsere Fehler nicht wiederholst, sind wir hier ganz offen und ehrlich mit dir: Was sind die Fehler die wir begangen haben und die wir am liebsten ungeschehen machen würden? Du wirst es erfahren, wenn Du weiterliest.

1. Ein Auto ohne Allradantrieb zu mieten

Wer unsere bisherigen Beiträge über Georgien verfolgt hat, der weiß wie gerne wie mit einem fähigen Auto die wilden Passstraßen des Landes erkundet hätten. Unser Ford hat uns zwar ebenfalls treue Dienste geleistet, doch viel zu schnell und viel zu oft sind wir an seine Grenzen gestoßen. Immer wieder standen wir mit langen Gesichtern da und starrten auf die holprige, Schlagloch-zerfressene Straße vor uns. Wir wollen weiter! Aber es geht nicht. Dazu kam es beispielsweise auf dem Weg nach Uschguli, im Hinterland von Batumi sowie auf der Strecke nach Juta.

Sowas passiert dir nicht, wenn Du dir gleich einen Wagen mit Allradantrieb mietest. Klar, die sind teurer, aber in diesem Land wird es sich auszahlen. Zumindest wenn Du zur richtigen Jahreszeit da bist. Erkundige dich rechtzeitig, ob noch Schnee auf den Pässen liegt und wie die Regenprognose für deinen Aufenthalt lautet. Macht dir das Wetter keinen Strich durch die Rechnung, dann steht einem wunderbaren Abenteuer auf den unwegsamsten Straßen des Landes nichts mehr im Weg. Du wirst an Orte kommen, die vor dir nur wenige Touristen gesehen haben. Klingt das nicht toll?

 

In Georgien ist es manchmal entscheidend das richtige Auto zu fahren.

 

Die besten Begegnungen finden oft abseits der Pfade statt.

 

2. Denken, dass alle Unterkünfte eine Heizung hätten

In den Bergen Georgiens kann es äußerst kalt werden. Wer bei der Unterkunftssuche nicht aufpasst, begibt sich in die Gefahr ganz schön auf die Nase fallen. Du darfst keinesfalls damit rechnen, dass jede Unterkunft mit einer Heizung auf dich wartet. Vor allem die Low-Budget Zimmer sind nur selten mit derartigem Luxus ausgestattet.

Als wir in Stepanzminda in einem günstigen Hostel untergekommen sind, haben wir unsere Lektion dank einer durchfrorenen, eiskalten Nacht gelernt. Das Hostel hatte zwar eine Heizung, die befand sich aber in einem Zimmer weit von unserem entfernt. Die Wärme hatte kaum die Chance bis zu uns durchzudringen. So sind wir mit unseren dicksten Pullis im Zwiebellook unter die Bettdecke gekrochen.

Wir sind auf keinen Fall Reisende, die viel Luxus erwarten. Doch abgesehen vom Hochsommer ist es in den Bergregionen einfach zu kalt, um auf eine funktionierende Heizung zu verzichten. Wir empfehlen dir das bei deiner Unterkunftswahl zu beachten.

 

Der Ausblick aus dem Zimmer ohne Heizung auf die Gergetier Kirche.

 

3. Zu hohe Erwartungen an die Strände haben

Leider haben wir keinen einzigen Strand an der Schwarzmeer Küste Georgiens gefunden, der auch nur annähernd unsere Erwartungen erfüllt hat. Das liegt einerseits daran, dass wir Sandstrände ihren kiesigen Kollegen vorziehen. Andererseits sind die georgischen Strände leider häufig dreckig oder heruntergekommen. Der einzige Strand, der wirklich Potenzial haben könnte, ist der Strand unterhalb des Botanischen Gartens von Batumi. Nein, damit meinen wir auf keinen Fall den Mtsvane Kontskhi Beach. Der hat uns so gar nicht überzeugt. Der Strand, den wir meinen, befindet sich etwas nördlicher. Unterhalb von einer grünen Steilwand liegt er da eingekesselt von nichts als grünen Hängen und Natur. Um in die kleine Bucht zu gelangen, musst Du dein Auto nördlich des Botanischen Gartens abstellen und einige hundert Meter über grobe Steine gen Süden klettern.

 

Die georgischen Strände haben uns bisher nicht allzu sehr überzeugt.

 

4. Zu wenig Zeit für Tiflis einplanen

Wir haben auf unserer Georgien-Reise einige Fauxpas begangen. Einer der größten und schwerwiegendsten war es aber zu wenig Zeit für die Hauptstadt Tiflis einzuplanen. In den wenigen Stunden, die wir durch die engen Altstadtgassen geflitzt sind, wurde Tiflis von uns zu unserer neuen Lieblingsstadt gekürt.

Leider hatten wir jedoch kaum genug Zeit, um der Pracht der Stadt auch nur annähernd gerecht zu werden. Wir haben nur einen kurzen Zwischenstopp bei der Sameba Kathedrale eingelegt und sind gleich darauf weiter zum gegenüberliegenden Berg gefahren, von wo aus wir den eindrucksvollen Blick über die Dächer der Stadt genossen haben.

Viel Zeit zum Genießen blieb uns aber auch da nicht, kurz darauf sprangen wir schon wieder ins Auto und begaben uns zu den bunten Häuserfassaden des Bäderviertels. Den restlichen Abend verbrachten wir damit durch die Straßen im Zentrum zu hetzen und zu versuchen die Schönheit von Tiflis für immer auf unseren Fotoapparaten festzuhalten. Erst weit nach Einbruch der Dunkelheit haben wir uns in einem gemütlichen Restaurant am Wasser niedergelassen und unseren Bäuchen endlich das langersehnte Mahl gegönnt.

Wenn die Gelegenheit nochmal kommen sollte, würden wir auf jeden Fall zwei oder drei Tage in der Hauptstadt Georgiens verbringen.

 

Es gibt so viele versteckte Orte in Tiflis, die es gilt zu erkunden.

 

5. Zur Gergetier Kirche mit dem Jeep fahren

Das war schon wieder so ein „Zeit-Ding“. In den eineinhalb Wochen Georgien haben wir versucht so viel wie möglich zu sehen, was uns jetzt hinterher wie eine große Dummheit erscheint. Manchmal hätten wir uns einfach die Zeit nehmen sollen. Auch wenn das bedeutet hätte nicht alle Teile des Landes zu bereisen.

So sind wir aus Zeitgründen mit dem Taxi hinauf zur Dreifaltigkeitskirche gefahren, statt unsere Beine und Füße selbst zu bemühen. Die Fahrt war teuer, der Taxifahrer einer der wenigen unfreundlichen Georgier und die dreißig Minuten bei der Kirche viel zu knapp. Wer noch nicht Bescheid weiß: Die Taxifahrer bringen dich hoch zur Kirche und fahren dich im Anschluss auch wieder zurück nach Stepanzminda. Im Preis sind genau dreißig Minuten Wartezeit inbegriffen. Daran ist wenig zu rütteln. Unser Taxifahrer hat uns ziemlich unmissverständlich mitgeteilt, dass er nicht bereit ist nur eine einzige weitere Minute ohne extra Bezahlung zu warten. Die Kirche und die Umgebung ist jedoch viel zu schön, um nur eine halbe Stunde dort oben zu verweilen.

Wir empfehlen jedem: Die beste Art zur Gergetier Kirche zu gelangen ist zu Fuß. Zieh deine Wanderschuhe an und mach dich auf den Weg durch die schöne Landschaft. Lass dir bei der Kirche so viel Zeit wie du nur willst. Wer danach immer noch Energie hat, den erwarten dort oben viele weitere schöne Wanderstrecken. Eine führt dich sogar direkt zu einem tollen Ausblick auf einen atemberaubenden Gletscher.

 

Ist sie nicht majestätisch? Diese Kirche umringt von den hohen Gipfeln.

 

6. Einem Straßenhund in die Augen schauen

Hast Du einem Straßenhund einmal in die Augen geschaut, dann hast Du dir von da an einen treuen Begleiter angelacht. Der Hund wird dich adoptieren, dir um die Beine schleichen und unverhohlen nach Essbarem betteln. Manch einen wirst Du erst Stunden später wieder los.

Auch wenn die Tiere total knuddelig aussehen und einem wirklich Leid tun, ist es für dich besser ausreichend Abstand zu ihnen einzuhalten. Straßenhunde übertragen in vielen Teilen dieser Welt gefährliche Krankheiten.

In Georgien kümmert man sich gut um einen Großteil der Tiere. Viele der streunenden Hunde haben einen gelben Chip im Ohr. Daran erkennst Du, dass ein Hund geimpft ist und in den Straßen der Orte geduldet wird.

 

Die georgischen Straßenhunde sind fast immer sehr lieb.

 

7. Die Umgebung um Kutaissi vernachlässigen

Im Umland von Kutaissi ist wirklich für jeden was dabei. Wer will kann sich auf die Spuren der Dinosaurier begeben und ihren Fußstapfen folgen. Für Canyon-Fans ist der Okatse Canyon nur eine von vielen Möglichkeiten und wandern kann man sowieso überall. Allen Thermen-Fans empfehlen wir ganz klar unseren geheimen heißen Pool bei Amagleba zu besuchen.

Viele Reisende mieten sich sogar während ihres ganzen Georgien-Aufenthalts in Kutaissi ein und unternehmen von hier aus Tagesausflüge ins ganze Land. Man muss zugeben, das bietet sich wirklich an. Wer es nicht mag jeden Tag weiterzuziehen, wird in Georgien – das Land ist knapp kleiner als Bayern – trotzdem auf seine Kosten kommen. Da Kutaissi so ziemlich in der Mitte liegt und in der Nähe vom bisher einzigen Highway des Landes, kann man von hier aus problemlos fast überall hingelangen. Viele Hotelbesitzer in Kutaissi bieten sich auch als Fahrer an. Es ist definitiv möglich mit zehn Tagen Zeit den Großteil Georgiens zu sehen. Am besten hast Du aber mehr Zeit im Gepäck.


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